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Ergebnisse der Beteiligung im Sektor "Gebäude"

 

 

Maßnahmen von GermanZero

  • Bauabfälle wiederverwerten

    Kritik:

    • "Ich sehe die Gefahr, dass das Bauen immer teurer wird und die Gesellschaft spaltet. Um das zu lindern, könnte mehr mit Holz gebaut werden." Besteuert wird hier die ressourcenineffiziente Nutzung von Materialien (Nutzung von Primärrohstoffen und Verfüllung). Um den Steuern zu entgehen, müssen mehr sekundäre Rohstoffe verwendet und zur Verfügung gestellt werden. Dies stellt eine Lenkungswirkung hin zu einer zirkulären Wirtschaft im Bauwesen dar. Die Bedenken bezüglich der Immobilienpreise sind gerechtfertigt. Das "Zuckerbrot" ist in diesem Falle die Förderung von Sekundärmaterialien durch verschiedene regulative Maßnahmen. Zusätzlich plant GermanZero, wie von dir gefordert, die Holzbauweise durch den Abbau von rechtlichen Hemmnissen sowie mit finanziellen Mitteln zu fördern.
  • Schrittweiser Austausch von fossilen Heizstoffen

    Ergänzungen:

    • "Wir brauchen zusätzlich auch mehr Sanierungen (und Sanierungsfahrpläne), vor allem bei den schlecht gedämmten Gebäuden." Dem stimmen wir absolut zu. Tatsächlich erfolgt die geplante Sanierungspflicht genau auf die von dir vorgestellte Weise: Zuerst müssen für besonders ineffiziente Gebäude (Klassen F,G,H) verpflichtende Sanierungsfahrpläne erstellt werden. Aus diesen Fahrplänen resultiert anschließend die Sanierungspflicht. Um die Dächer mit den benötigten PV-Anlagen zu füllen, plant GermanZero eine solare Baupflicht für Neubauten, bzw. bei Dacharbeiten im Bestand. Außerdem werden sie sicherlich Bestandteil vieler Sanierungen sein, um den angestrebten Endenergiebedarf zu erreichen. Auf diese Weise wird eine hohe Zahl an PV-Anlagen über regulative Instrumente, anstelle von wirtschaftlichen (wie z.B. einer Amortisation), sichergestellt. 
    • "Fernwärme muss auch mitgedacht werden." Da stimmen wir zu. GermanZero plant, das Fernwärmenetz zu dekarbonisieren und weiter zu nutzen. Nach dem Ende fossiler Brennstoffe soll Wärme für Fernwärmenetze überwiegend aus Großwärmepumpen, Solarthermie, Geothermie und über die Nutzung von Abwärme bereitgestellt werden. Die Umstellung auf synthetische Brennstoffe ist insofern problematisch, als sie im Vergleich zur direkten Nutzung des Stroms ineffizienter ist. Uns ist allerdings auch bewusst, dass die Versorgung mit Fernwärme eher für dicht besiedelte Gebiete geeignet ist.

    Kritik:

    • "Wärmepumpen sind nicht für Altbau geeignet." Je schlechter das Gebäude isoliert ist, desto ineffizienter werden die Wärmepumpen, das ist richtig. Deshalb muss parallel auch mehr saniert werden. GermanZero geht davon aus, dass mit der passenden Dämmung und dem passenden Modell, Wärmepumpen auch im Altbau eingesetzt werden können (vgl. z.B. auch https://blog.innovation4e.de/2021/02/24/muss-ein-haus-saniert-werden-damit-eine-waermepumpe-installieren-kann/).
    • "Holz ist doch ein nachwachsender Rohstoff, also sollte er Öl und Gas vorgezogen werden." Mit der Ressource Holz muss in Zukunft sehr bedacht umgegangen werden, denn eine langfristige Nutzung des Holzes (wie zum Beispiel in einem Dachstuhl) wäre als eine Einspeicherung von Kohlenstoff ein Gewinn fürs Klima. Eine Verbrennung sollte daher erst am Ende einer Nutzungskaskade und in großem Maßstab, nicht in privaten Haushalten, energetisch verwertet werden.
    • Es fehlt an einem Plan für den schrittweisen Austausch, sodass nicht alle auf einmal austauschen." Damit der schrittweise Heizungsaustausch gelingt, schlägt GermanZero hier einen Maßnahmenmix vor. Die vier Maßnahmen, CO2 Preis, Sanierungspflicht, Austauschprämie und Austauschpflicht von besonders ineffizienten Heizungen, sollten ausreichen, um den Austausch voranzutreiben. Der Herausforderung der fehlenden Handwerker kann durch eine umfassende Ausbildungsoffensive im Handwerk entgegnet werden. Hinzu kommt, dass es einen Fahrplan für die energetische Sanierung gibt. Im Rahmen dieser werden auch viele Heizungen schrittweise ausgetauscht werden.
  • Anreize für Sanierungen von Mietwohnungen stärken

    Ergänzung:

    • "Für Laien ist bisher auf dem Energieausweis nur schwer erkennbar, welche Heizkosten sie*ihn erwarten." Ja, das Problem ist uns bekannt. Deshalb planen wir eine Überarbeitung des Energieausweises, um ihn einheitlicher zu machen. Der energetische Zustand des Gebäudes soll aufgrund der Endenergie anstelle von Primärenergie kommuniziert werden. Dies gibt mehr Aufschluss über die Eigenschaften des Gebäudes und kann besser kommuniziert werden

    Alternativvorschlag:

    • "Das von Agora Energiewende vorgeschlagene Warmmietenmodell wäre eine gute Lösung." Zustimmung! Das Modell von AGORA wurde bei der Ausarbeitung des Gesetzespaketes berücksichtigt. Wir haben uns für eine ähnliche, aber weniger komplizierte Variante entschieden: In der von uns vorgestellten Variante führt die Aufteilung der Grundkosten zusätzlich noch zu einem Anreiz das Heizen effizienter zu machen, nicht nur CO2 ärmer. Für die Sanierungen soll es dann umfangreiche Förderungen geben.

    Nachfrage:

    • "Warum sollten Mieter*innen überhaupt was zahlen?" Da die Aufteilung der Grundkosten zwischen Mieter und Vermieter abhängig von der Energieeffizienzklasse des Gebäudes gemacht wird, entsteht ein neuer Anreiz zur Sanierung. Dieser wirkt unabhängig von der CO2-Bepreisung. Der Anreiz durch die Grundkostenaufteilung wirkt auf die Energieeffizienz des Gebäudes. Ein CO2 Preis wirkt auf die CO2 Emissionen des Gebäudes und könnte z.B. durch das Wechseln der Heizung ohne weitere Dämmmaßnahmen erreicht werden (D.h. ohne Verbesserung der Effizienz). Ist das Gebäude auf einem guten Effizienzstand gibt es wenig Grund Sanierungen voranzutreiben. Daher zahlen dann die Mietenden was sie verbrauchen.

    Kritik:

    • "Vermietende werden hier sehr stark in die Pflicht genommen und es klingt sehr kompliziert." Für den Sparanreiz des Mieters soll es detaillierte Regelungen in Abhängigkeit der Effizienzklasse des Gebäudes geben. Wenn also die Vermietende seinen Beitrag geleistet hat, zahlt der Mietende wieder alles. Aber nicht bei sehr hohem Bedarf und Nachlässigkeit der Vermietenden. Um den Vermietern die Sanierung zu ermöglichen sind Förderungen geplant. Hinzu kommt, dass nur ein Teil der Grundheizkosten von Vermieterseite getragen werden, d.h. der verbrauchsabhängige Teil wird weiter von der Mieterin getragen. Der Aufwand zur Umstellung hält sich in Grenzen.
    • "Durch die Dämmung entsteht manchmal Schimmel." GermanZero geht davon aus, dass jedes Haus schimmelfrei dämmbar ist. Bei den Dämmmaterialien sollte ein Augenmerk auf Umweltfreundlichkeit gelegt werden.
  • Bebauung neuer Flächen begrenzen

    Ergänzung:

    • "Der Staat sollte eingreifen und für gerechte und effiziente Wohnraumverteilung und gegen die zunehmende Privatisierung des Wohnraums eintreten." Der Idee, den bestehenden Wohnraum besser zu nutzen, stimmen wir voll und ganz zu. Der Pro-Kopf-Flächenverbrauch hat sich seit 1950 mehr als verdreifacht. Deshalb sind Ideen, wie die erwähnte Leerstandsbekämpfung, Recht auf Wohnungstausch und Belohnungen für Wohnen auf kleinem Raum und Förderung von Kommunen, die kleine Wohnungen bauen in unserem Maßnahmenkatalog dabei. Ein ganzes Immobilienwirtschaftssystem umzubauen geht allerdings über die Kapazitäten und Zielsetzung von einem Klimagesetz hinaus.
    • "Das 'gewonnene' Land sollte primär für Energiepflanzen genutzt werden." Im Gebäudesektor geht es erstmals darum, dass nicht immer mehr Flächen versiegelt und so immer weniger fruchtbaren Boden haben. Allerdings ist die Herstellung von Energiepflanzen auch nicht besonders flächeneffizient. Welche Nutzung wir von landwirtschaftlichen Flächen priorisieren sollten, wurde im Sektor Landwirtschaft bereits ausführlich diskutiert. Unser Ergebnis findest du im Kapitel 6 "Landwirtschaft & Landnutzung" im Maßnahmenkatalog.
    • "Es braucht auch mehr Nachverdichtung." Wir stimmen zu, dass Nachverdichtung, und besonders in die Höhe, eine essenzielle und ökologisch verträgliche Antwort für angespannte Wohnungsmärkte ist. Deshalb haben wir eine ganze Reihe an Maßnahmen integriert, die Hemmnisse für eine Nachverdichtung abbauen, wie eine Ausnahme der Aufzugspflicht und finanzielle Förderung. Die Details lassen sich im Maßnahmenkatalog finden.

     Kritik

    • "Durch den Vorschlag verschärft sich die Wohnraumproblematik." Der Vorteil eines Zertifikathandels liegt darin, dass Wohnraum dort entstehen könnte, wo die Nachfrage groß ist. Städte mit Zuwachs können demnach Zertifikate von Kommunen mit rückläufigen Einwohnerzahlen kaufen. Das heißt, die Maßnahme geht nicht unbedingt mit einer Verknappung des tatsächlich genutzten Wohnraums einher. Wichtig ist auch zu bedenken, dass nicht jede Flächenversiegelung gleich viel Wohnraum schafft. So verbrauche Mehrfamilienhäusern nicht nur weniger Fläche, sondern auch weniger Heizenergie. Außerdem kann - und sollte - auch innerhalb der Städte mehr nachverdichtet werden, damit die Verkehrswege kurz bleiben und keine Zersiedelung entsteht.
  • Sanierungsfahrpläne und Klimaberatung verpflichtend machen

    Kritik

    • "Die Energieeffizienzklassen vieler Gebäude sind gar nicht bekannt." Wir schlagen vor, dass ein Gebäuderegister erstellt wird, in dem die Angaben des (zu reformierenden) Energieausweises hinterlegt werden müssen. Wir werden den Hinweis zur Reihenfolge von Erstellung des Energieausweises und Feststellung der Energieeffizienzklasse aber aufgreifen. Vielen Dank!
    • "Die individuellen Sanierungsfahrpläne sind stark verbesserungswürdig." Vielen Dank für den Hinweis. Wir interessieren uns noch mehr für die Details dieser Kritik und haben deshalb Kontakt mit dem*der Verfasser*in des Kommentars aufgenommen.
    • "Die Sanierungen werden sehr teuer für Immobilienbesitzer*innen." Die Mehrbelastung von Hauseigentümern ist ein kritischer Punkt und muss natürlich mitgedacht werden. Daher werden zeitgleich mit dem Inkrafttreten der Pflicht die Förderungen für Sanierungen aufgestockt. Außerdem werden Härtefälle, d.h. Menschen, die sich die Sanierung nicht leisten können, noch einmal extra durch einen Fond unterstützt. Auch die Kombination aus CO2-Preis und Sanierung führt dazu, dass sich die Investitionen mittel- bis langfristig amortisieren. Sprich, die Kosten der Sanierung führen zu Ersparnissen bei Heizkosten und anfallendem CO2-Preis.

    Nachfrage

    • "Warum trägt der Staat keine Verantwortung für die Kosten, die durch die Gebote entstehen?" Es stimmt, dass die Finanzierung der Sanierung ein kritischer Punkt ist. Allerdings amortisiert sich die Investition nach einiger Zeit und danach profitiert der*die Eigentümer*in durch gesparte Heizkosten. Natürlich muss im Falle einer Sanierungspflicht dafür gesorgt werden, dass genügend Förderungen in Form von Krediten oder Zuschüssen vorhanden sind, damit jede*r diese Investition tätigen kann. Dies wird durch ein Aufstocken der Förderungen sowie dem Auffangen von Härtefällen durch einen Fond erreicht. So werden die Kosten fair zwischen Staat und Eigentümer*innen aufgeteilt.

    Ergänzung

    "Wir sollten auch niedriginvasive Dämmverfahren fördern." Natürlich begrüßen wir grundsätzlich jeden kleinen Schritt Richtung energische Sanierung. Allerdings besteht das Risiko von Lock-In Effekten: wenn die Fassade einmal angefasst wurde, werden wahrscheinlich in naher Zukunft keine weiteren Sanierungsmaßnahmen ergriffen. Deshalb halten wir es nicht für sinnvoll, Eigentümer*innen zu halbherzigen Sanierungsmaßnahmen zu verpflichten.

Vorschläge von der Community

  • Quote für erneuerbares Gas

    Nachhaltig erzeugtes Biogas ist nur in begrenzter Menge vorhanden. Grüner Wasserstoff wird knapp sein. Die Nutzung von synthetischen Gasen als Energieträger für die Wärmeerzeugung ist im Vergleich zu Wärmepumpen, die mit Strom betrieben werden, deutlich ineffizienter. Synthetische Gase sollten daher vor allem dort eingesetzt werden, wo es keine Alternativen gibt, also in der Industrie und der Luftfahrt. Deshalb haben wir uns nach langem Überlegen gegen eine Quote für erneuerbares Gas entschieden.

  • (Bürokratische) Hürden für Balkonsolargeräte abbauen

    Eine dezentrale Energieversorgung ist ein elementarer Baustein für die Energiewende. So können auch kleine Energiequellen, wie die Balkonsolargeräte einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Wir werden prüfen, welche Hürden derzeit bestehen und wie diese abgebaut werden können.

  • Neuer Baustandard KlimaSchutzÜberlegenheitshaus

    Wir stimmen diesem Vorschlag zu. Das GEG macht ab 2022 (oder spätestens im Rahmen der Überprüfung ab 2023) den Nullenergiestandard zur Minimalvoraussetzung für Neubauten. Wichtig ist für uns noch, dass zur Bestimmung der Energieeffizienz mit dem tatsächlich zu erwartenden Bedarf und nicht mit einem Referenzgebäude gerechnet wird. Im GEG wird eine Verpflichtung eingeführt, die graue Energie, d.h. die Energie, die bei der Erstellung des Gebäudes inklusive der Baustoffe anfällt, zu bilanzieren. Datenbanken wie BNB und Ökobaudat erlauben derzeit bereits die Erfassung und Berechnung der grauen Energie. Die Werte können dann als Voraussetzung für die Erteilung einer Baugenehmigung dienen (vgl. unten bei Baustoffen).

    Auch wollen wir Förderung nur besonders klimafreundlicher Neubauten: Nach der BEG sollen nur noch solche Neubauten gefördert werden, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Standards verwirklichen, d.h. Plusenergiehäuser, Gebäude, die besonders wenig graue Energie benötigen oder die ökologische Baustoffe verwenden.

  • PV-Pflicht bei Neubauten, auf Parkplätzen und Stromspeicher für kleine Haushalte

    Wir stimmen dem Vorschlag zu. Es sollte eine Pflicht zur Anbringung von PV-Anlagen im Neubau (Vorbild: z.B. VO zum Hamburger Klimaschutzgesetz). Im Bestand wird eine Pflicht eingeführt, wenn das Dach ausgetauscht wird. Die PV-Anlage soll auch gepachtet werden können. Ausgenommen sind solche Dächer, die bereits für Solarthermie genutzt werden und wenn es entgegenstehendes Recht, wie zum Beispiel Denkmalschutzrecht, gibt.

    Im EEG 2021 wurden nun Verbesserungen implementiert: Der Mieterstromzuschlag ist nun unabhängig von der Einspeisevergütung. Er wird auch gezahlt, wenn die Vermieter*in als Eigentümer*in die Verwaltungstätigkeiten einem energiewirtschaftlich erfahrenem Dritten überträgt (Lieferkettenmodell). Auch ist es Vermieter*innen nun möglich, das Quartier zu beliefern, sofern das öffentliche Netz nicht genutzt wird.

    Welches regulatorische Mittel sich am besten eignet, um mehr Photovoltaikanlagen auf Parkplätzen zu haben, werden wir prüfen, genauso ob sich Stromspeicheranlagen für den*die Verbraucher*in lohnen.

  • Honoraranreize im Bau- und Planungswesen

    Aus unserer Sicht spricht gegen den Vorschlag, dass damit bestimmte Berufsgruppen sehr hart getroffen wären, obwohl eigentlich die Bauherr*innen am stärksten betroffen sein sollten. Deshalb ist es aus unserer Sicht besser, die Betrachtung des Gebäudelebenszyklus Teil der Baugenehmigung werden zu lassen. Gleichzeitig muss man im Hinterkopf behalten, dass der Neubau nur einen sehr geringen Anteil unserer Gebäude ausmacht, und daher der Fokus auf die Bestandssanierung liegen sollte.

  • Urban Gardening: 60% Gebäudebegrünung Pflicht im Neubau

    Wir teilen die Auffassung über die vielfältigen Vorteile der Dach- und Fassadenbegrünung. Allerdings kann die Gebäudebegrünung größtenteils nur auf kommunaler Ebene reguliert werden. Deshalb ermutigen wir die Kommunen, Gebäudebegrünung in ihren Bebauungsplänen vorzuschreiben. Zusätzlich soll es finanzielle Förderung von den Ländern geben.