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Stickstoffüberschussabgabe: Nachhaltig düngen und das Grundwasser verbessern

Markus_Sailer (Admin) Markus_Sailer (Admin)  •  2021-01-24  •    19 Kommentare  • 
Gülleausbringung, Gabriela Braendle/flickr (CC_BY-ND_2.0)
Gülleausbringung, Gabriela Braendle/flickr (CC_BY-ND_2.0)

Düngen und Klima

Der in Dünger enthaltene Stickstoff ist ein elementarer Nährstoff aller Lebewesen. Doch in zu hoher Konzentration haben seine Verbindungen fatale Folgen für die Boden-, Wasser- und Luftqualität sowie die Artenvielfalt. (6)   Ein wichtiges Ziel für den Klimaschutz ist deshalb, den Ausstoß der Stickstoffverbindung Lachgas deutlich zu mindern. Lachgas ist ein hochwirksames Treibhausgas, dessen maßgebliche Quelle (77 Prozent) landwirtschaftlich genutzte Böden sind. Zudem hat weniger Stickstoff in der Landwirtschaft eine höhere Grund- und Trinkwasserqualität zur Folge. (7)   

Die Maßnahme: eine Stickstoffüberschussabgabe 

Das  1,5-Grad-Gesetzespaket  sieht  eine  Stickstoffüberschussabgabe  vor,  die  auf  einer einzelbetrieblichen  Stickstoffbilanz  („Hoftorbilanz“)  basiert.  Sie  schafft  für  die Landwirt*innen  einen  wirtschaftlichen  Anreiz  zur  Reduktion  des  Stickstoffeintrags  und differenziert nach einzelbetrieblicher Verantwortung. (8)(9)  In den Niederlanden trug die Stickstoffüberschussabgabe zu einer spürbaren Verbesserung bei (10), von Sachverständigen und Naturschutzverbänden wird sie schon seit Jahren gefordert. (11)  Sie würde nach einzelbetrieblicher Verantwortung differenzieren, d.h. die Landwirte wären verpflichtet, die Stickstoffbilanz aufgrund der Einträge und Abgaben zu berechnen und ggf. eine Abgabe für die Menge des Überschusses zu bezahlen. Dadurch würde auch ein wirtschaftlicher Anreiz zur Reduktion des Stickstoffeintrags geschaffen.

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Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Maßnahmen für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft? Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Quellen

Kommentare (19)


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  • Christoph Droste

    Diese Maßnahme sorgt für viel Bürokratie, die Widerstand erzeugt. Daher sollte man die Bürokratie minimieren. Ich sehe Verschiedene Möglichkeiten. Die wichtigste ist, die Kontrolle nicht pro Hof durchzuführen, sondern bei den Erzeugern, denn davon existieren wesentlich weniger und die Kontrolle ist daher viel einfacher. Eigentlich müsste es (wie beim CO2-Rechte-Handel auch) eine stetig zu senkende Gesamtmenge geben, so dass die Böden nach einer angemessenen Zeit (vielleicht 10 Jahre?) wieder nur mit natürlichen Düngemitteln gedüngt wird, so dass es ein langfristiges Gleichgewicht im Stoffkreislauf gibt. Dabei könnten auch genauere Düngemethoden (zielgerichtet auf die Pflanzen oder jahreszeitlich besser abgegeben helfen. Zu diesen müsste man man genauer recherchieren.
    Der Lachgas-Erzeugungs-Rechte-Handel müsste also parellel zum CO2-Rechte-Handel ablaufen und könnte (bis auf die unterschiedlichen Erzeuger) in gleicher Weise ablaufen und damit das Gesamtsystem vereinfachen. Solche Systeme neigen jedoch dazu, ausgenutzt zu werden und so die Unwirksamkeit zu verschleiern. So geschehen bei den in der Vergangenheit kostenlos verteilten Zusatz-CO2-Rechten. Einige Lobbyisten wie auch Politiker haben ein Interesse nach außen einen funktionierenden Mechanismus zu präsentieren, ihn aber durch Wahl oder Beeinflussung der Parameter zu konterkarieren.
    Deshalb muss das Gesetz auf jeden Fall enthalten:
    - Klare einfache Regeln
    - Klare zielgerichtete Budgets, die sie über lange Zeit in der Zukunft planbar reduzieren.
    - Transparenz durch detaillierte Nachvollziebarkeit, die auch jedem Bürger möglich sein soll (z.B. Durch ein Portal, das die Mengen für Gesamtdeutschland, einzelne Regionen bis hinunter zu einezelnen Unternehmen offenlegt und zudem Über- wie Unterschreitungen klar erkenntlich macht).

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  • Alexander F.

    Nicht nur der Gülleüberschuss ist relevant, sondern die gesamte Düngermenge muss im Auge behalten werden. Des Weiteren spielte auch die Ackerkrumme eine Rolle. Durch das Pflügen werden Mircoorganismen durch das Licht abgetötet, die wichtig für das Aufschließen von Nährstoffen verantwortlich sind. Eine minimale Bodenbearbeitung (Grubber und Sämaschine kombiniert) trägt zu gesünderen Böden bei. Auch muss ein großer Teil des Strohs auf dem Acker verbleiben. Besser wäre der sogenannte Dung oder Mist, da das Stroh durch den Kot sowie Urin versetzt und leicht verrottet ist, auszubringen der leichter durch die Bodenorganismen aufgeschlossen wird.

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