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Den Energiesektor auf 100 Prozent Erneuerbare Energien umstellen

GermanZero GermanZero  •  2021-03-15  •    57 Kommentare  • 
100 % erneuerbar bis spätestens 2035 sind machbar
100 % erneuerbar bis spätestens 2035 sind machbar

Hintergrund

Für das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 muss die Energieversorgung in Deutschland schnellstmöglich auf 100 Prozent erneuerbare Energien umgestellt werden.

Die Ansätze

Zu diesem Zweck sieht das Maßnahmenpaket von GermanZero Folgendes vor:

  • Die Ausbauziele und -pfade für Erneuerbare Energieanlagen werden deutlich ambitionierter ausgestaltet und umgesetzt, beispielsweise von derzeit 6 GW auf 25-30 GW Zubau pro Jahr, wie es Fridays for Future vorschlägt.
  • Die Förderung fossiler Brennstoffe und konventioneller Technologien wird zeitnah und sozialverträglich beendet, beispielsweise begleitet durch einen Ausgleich höherer CO2 Preise für sozial benachteiligte Gruppen und einer Anpassung des teuren, auf erneuerbare Energien umzustellenden Grundversorgungstarifs.
  • Gleichzeitig werden Hemmnisse für erneuerbare Technologien abgebaut, beispielsweise indem die Doppelbelastung bei Abgaben und Steuern für einige Energiespeichersysteme einheitlich abgeschafft wird.

So werden Voraussetzungen geschaffen, unter denen sich erneuerbare Energien und innovative nachhaltige Konzepte im Wettbewerb gegen fossile Energieträger durchsetzen können, sodass sich Akteure in Zukunft bereits aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten freiwillig gegen den Einsatz fossiler Energieträger entscheiden.

Diskutiere unten in den Kommentaren

Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Ansätze für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft?

Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Kommentare (57)


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  • Matthias Klinger

    Speicher für Energie sind ein zentrales Thema, da EE nicht grundlastfähig sind. Für die Großverbraucher wie Stahl, Zement, Chemie sind Temperaturen über 500 Grad und lückenlose Versorgung unabdingbar. Hier könnte grüner Wasserstoff als Speicher und Energieträger dienen. Für strombasierte Anwendungen (Mobilität, Antriebe, Datenspeicher) sind Akkus denkbar. Für wärmebasierte Anwendungen (Heizen bis 100 Grad, Kälte, Verflüssigen, ...) sind Wärmespeicher (Wasser, Zeolithe) anwendbar.
    Die Industrie wird sich umstellen (müssen). Die Vorgaben wie o.g. sind erforderlich und richtig. Besonders die Subventionen sind abzubauen, der Weg ist dann eher frei für Investments in moderne Lösungen. Beim Thema Speicher sind Forschungsarbeiten sehr wichtig.

      • Klimo

        Sehe ich ähnlich. Gerade Wärmespeicher kommen bei der Diskussion noch etwas zu kurz. Hier gibt es aus meiner Sicht ganz gute Ansätze von der Universität Stuttgart bzw. dem DLR mit dem KIT zusammen:

        1. Sorptionswärmespeicher: https://www.igte.uni-stuttgart.de/forschung/forschung_hrt/abgeschlossene/solspaces/
        -> Zeitlich praktisch verlustfreies und verschleißfreies Speichern von Wärme

        2. Carnot-Batterien: https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/03/20200914_carnot-batterie-mit-dampfkraft.html
        Hier wird mit Wärmepumpen Hitze erzeugt, die später wieder genutzt werden kann.

        Vor allem die direkte Nutzung der Wärme (z.B. im Winter zum Heizen) ist dann ziemlich effizient und theoretisch kann man mit dem Prinzip der Carnot-Batterie auch aus Wärme wieder Strom erzeugen und damit an Wirkungsgrade von Batteriespeichern herankommen (praktisch muss das natürlich erst mal auch funktionieren:)).

        Für mich folgt aber insbesondere:
        1. Bei der Speicherung sollte man die gesamte Primärenergie und das gesamte Energieverbraucherspektrum im Blick haben und sollte nicht zu sehr den Fokus nur auf elektrische Energie legen (wenngleich diese natürlich am vielseitigsten einsetzbar ist). Z.B. können
        - Wärme (elektrisch, aus Abwärme oder direkt solarthermisch gewonnen)
        - Gase/Flüssigkeiten (Wasserstoff/Methan/synthetische Kraftstoffe)
        ebenso gute Speicherformen darstellen, insbesondere wenn man sie anschließend direkt z.B. für Industrieprozesse (Stahlherstellung, als Basis erdölfreie Kunststoffproduktion, ...) nutzt und nicht unbedingt wieder zu Strom macht.

        2. In Bezug auf ein Energiegesetz sollte man technologieoffene Anreize zur (kommerziellen) Energiespeicherung bzw. Fördermöglichkeiten für vielversprechende aber evtl. noch nicht wirtschaftliche Technologien schaffen. Zusammenfassend würde ich eine Kombination aus Batteriespeichern, Pumpspeicher, P2Gas und P2Heat sehen, aber vllt. wird ja auch noch etwas ganz Neues entdeckt...

  • Christine

    Zusätzlich sollte der Aspekt der Energieeinsparung berücksichtigt werden. Energie kann z.B. eingespart werden durch sparsame langlebige reparierbare Elektrogeräte, durch Sharing oder Verzicht (Nicht jede Tätigkeit benötigt zwingend motorisierte Unterstützung; die meisten Deutschen bewegen sich zu wenig.).
    Den Import von Strom (oder auch Wasserstoff) aus anderen, meist ärmeren weit entfernten Ländern sehe ich sehr kritisch (Landverbrauch und Einflussnahme in armen Ländern, Energieverluste durch Transport, Abhängigkeiten...). Ich halte dezentrale Bürgerenergie für die krisensicherste, schonendste und von einer Mehrheit am leichtesten zu akzeptierende Lösung.

      • Erich

        Liebe Christine,
        dem kann ich nur zustimmen. Bürgerenergiegenossenschaften wurden mit der EEG Novelle 2016 faktisch ausgebremst und mit verpflichtenden Ausschreibeverfahren 'überzogen' die für die Stromkonzernen kein Hinderniss darstellen.
        Strom- und/oder Wasserstofferzeugung in Ländern Afrikas für Europa kann durchaus als moderner Kolonialismus bezeichnet werden. Vielmehr sollte die dortige grüne Ernegiegewinnung dazu verwendet werden, die Lebensverhältniss der Menschen vor Ort wesentlich zu verbessen und zugleich einem zukünftigen CO 2 Ausstoß entgegen zuwirken.

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  • Susanne Jung

    Wenn alle Gesetze die erneuerbare Energiegewinnung durchweg fördern, können wir die Energiewende im Hochtechnologieland Deutschland früher schaffen. Deutschland kann bereits vor 2035 ohne Stromimporte vollständig mit Erneuerbaren Energien versorgt werden.
    https://energiewende-2030.de/

    Die Emissionen müssen in allen Bereichen auf Null gesenkt werden müssen. Ein Ausgleich von Emissionen über Einsparungen von Treibhausgasen an anderer Stelle sind keine dauerhafte Lösung. Verschmutzungsrechte und Ausgleichsmaßnahmen - wie es das EU-Emissionshandelssystem vorsieht - verlangsamen den Weg aus der globalen Klimakrise. Der Begriff der Klimaneutralität ist demnach kritisch zu hinterleuchten.

      • Lukas

        Deutschland ist rein geographisch kein idealer Standort für EE. Daher ist es deutlich effizienter (und schneller realisierbar), einen Teil des Stroms zu importieren, z.B. aus Ländern in Äquatornähe, in denen Solaranlagen mehr Leistung erzielen.

        Nun zum Thema EU-Emissionshandel. Für das Klima ist es erstmal egal, in welcher Branche THG Emissionen eingespart werden. Wichtig ist die Gesamtmenge. Um diese schnellstmöglich zu reduzieren, ist es am effizientesten, zunächst dort Maßnahmen zu ergreifen, wo THG mit den geringen Kosten und geringen Hürden reduziert werden können. Natürlich ist letztendlich die "Nettonull" das Ziel. Aber sofort Emissionen zu reduzieren, wo wir es leicht können, verschafft uns ein bisschen mehr Zeit, das zu erreichen. Ein funktionierender EU-Emissionshandel, flächendeckend und über alle Branchen, würde ein einfaches, wirksames und zudem berechenbares Mittel darstellen, THG Emissionen zuverlässig zu reduzieren.

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      • Oliver (Moderator*in)

        Liebe Susanne, danke für Deinen Kommentar. Es freut uns, noch progressivere Stimmen hier in den Kommentaren zu hören. Vor allem das Potenzial an Aufdach-Photovoltaikanlagen sollte entsprechend genutzt werden. Ich persönlich wäre auch für weitgehend inländische Erzeugung, damit ist der Ausbau deutlich besser steuerbar als wenn sich auf Importe verlassen würde. Mit unserem Gesetzespaket müssen wir einen progressiven aber möglichst Mehrheitsfähigen Ansatz wählen, deshalb ist die Beteiligung hier auch so wichtig. Wir nehmen Deine wie auch Lukas Stimmen auf und arbeiten diese systematisch und auf der Basis aktueller Informationen ein. Liebe Grüße!

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  • Helmut

    Ich stelle mir vor, Strom möglichst sekundengenau anhand seiner Verfügbarkeit zu bepreisen.

    Ist viel Strom verfügbar, so wird er billig. Verbraucher werden sich einschalten um den billigen Strom zu verbrauchen oder zu speichern. Produzenten werden bei zu niedrigem (oder gar negativem) Preis die Erzeugung zurückfahren oder den Strom speichern.

    Ist wenig Strom verfügbar, so wird er teuer. Verbraucher werden weniger Strom abrufen. Produzenten werden mehr produzieren, Speicher werden ins Netz einspeisen.

    Jeder Produzent, jeder Konsument und jeder Prosumer soll an diesem System teilhaben können. Per SmartGrid steuert sich das Ganze auf einer regionalen Netzebene und es wird darüber (sekundengenau) abgerechnet.

    Vorteile: Jeder Kunde kann seinen Verbrauch in Zeiten günstigen Strompreises legen. Jeder Produzent kann dann einspeisen, wenn ihm der gebotene Preis angemessen erscheint. Gibt es über die Zeit hohe Preisschwankungen, werden Speicherlösungen wirtschaftlich attraktiv. Auch wer nicht selbst produziert kann billigen Strom speichern (zum Beispiel mit dem eigenen E-Auto) und ihn teurer ins Netz zurückliefern.

    So kommen Angebot und Nachfrage zusammen und das Netz regelt sich quasi automatisch.

      • Hartwig (Moderation)

        Hallo Helmut, wenn ich Dich richtig verstehe, könnten alle “Strommarkteilehmer” in deinem Modell eigenstaendig ein- und verkaufen. Wie kann deiner Meining nach ein solch flexibles Netzwerk geschaffen werden ? Hast Du evtl. ein Beispiel aus einem anderen Marktsegment? Danke & Gruß Hartwig

          • Helmut

            Wenn viele Marktteilnehmer kaufen und verkaufen, dann ist das als Beispiel typischerweise eine Börse, also wie Wertpapierhandel, oder die Leipziger Strombörse (die kleinen Erzeugern und Verbrauchern leider nicht offen steht).
            Den Börsenmechanismus kann man aber - denke ich - vereinfachen, in dem man sagt, das Netz ist die Börse.

            Wir haben also regionale Netze, in etwa so wie heute die Stadtwerke. Die Netze sollten so klein sein, dass man noch von Regionalität sprechen kann, aber doch so groß, dass sie sich selbst versorgen können (wobei das Ziel NICHT Autarkie ist). Also vielleicht 30 oder 50 in Deutschland.

            An dieser Börse muss auch keine Preisfindung durch richtigen Handel erfolgen, der Netzbetreiber (und gleichzeitig Börsenbetreiber) legt nur anhand von Angebot und Nachfrage sekündlich oder alle 10 Sekunden einen Preis fest, übermittelt den und rechnet später mit Produzenten und Konsumenten ab.

            Ich gehe davon aus, dass ein Netzbetreiber jederzeit weiß, ob er zu viel oder zu wenig Strom im Netz hat. Ist es zu wenig, wird er den Strompreis so lange erhöhen, bis ein Ausgleich geschaffen ist. Also Produzenten ihre Lieferung erhöht und Verbraucher ihren Bedarf zurück gefahren haben. Bei zu viel Strom im Netz passiert das umgekehrt, der Strompreis sinkt und wird im Extremfall sogar negativ.

  • Nidschi

    Solange die erneuerbaren Energien noch nicht ausreichend ausgebaut und die Speicherkapazitäten für den Herbst, Winter und die langen Nächte nicht ausreichend sind, sollte darüber nachgedacht werden, ob vorübergehend nicht Carbon Capture and Storage (Co2-Abscheidung) für die bereits vorhandenen fossilen Brennstoffe eine Lösung wäre. Diese Maßnahme ist zwar kostenintensiv, könnte aber durch richtige politische Anreize oder Vorgaben sofort umgesetzt werden und die anfallenden Treibhausgase könnten um 90% reduziert werden.

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  • Norbert

    Knappe Erneuerebare Energie erfordert einen effizienten Umgang damit: Produktion, Verteilung, Speicherung, Verbrauch und Austausch/Handel. Dieser Effizienz stehen viele juristische und steuerrechtliche Hürden gegenüber, deren Berechtigung nicht mehr zeitgemäß ist. Sie schaffen Intransparenz, sinnlose Transaktionskosten, monopolfördernde Anreize und eine Entmündigung der prosumer-Bürger: Doppelbesteuerung von ein- und ausgespeicherter Energie; Verhinderung von Mieter- und Nachbarschaftsversorgungen; Verhinderung von nachfrageorientierer lokaler Preisbildung zur Abbildung der natürlichen Gegebenheiten; Entfremdung von Bedarf und Angebot; Entwertung des Angebots im Netz durch verschleierte Knappheit; Verlagerung der Macht von der Erzeugung zum Netz - ohne natürliche Rechtfertigung (vgl. Landwirtschaft Bauer und Großhandel/Diskounter); Entmündigung der Bürger durch Unwissenheit in Energiefragen (was ist eine kWh? was kann ich damit machen? womit kann ich sie vergleichen...).

      • Avatar moderator
        Moderator*in #48  •  2021-03-31 13:27:49

        Hallo Norbert,

        Vielen Dank für deinen Beitrag. Du sprichst grundsätzlich zwei Aspekte von verschiedenen Hürden an: juristische und steuerrechtliche.
        Kennst du zufälligerweise die konkreten Gesetze, die einzelnen Hürden verursachen? Mir ist bei folgenden Aspekten nicht klar, wodurch sie entstehen bzw. begünstigt werden:
        1) Verhinderung von Mieter- und Nachbarschaftsversorgungen
        2) Verhinderung von nachfrageorientierer lokaler Preisbildung zur Abbildung der natürlichen Gegebenheiten
        3) Entfremdung von Bedarf und Angebot
        4) Entwertung des Angebots im Netz durch verschleierte Knappheit

        Vielen Dank im Voraus!

          • Norbert

            1) Verhinderung von Mieter- und Nachbarschaftsversorgungen: Wenn ich PV, Wind oder BHKW Strom erzeuge und über meine Grundstücksgrenze zum Nachbarn durch mein eigenes Kabel "verkaufe", muss ich die gleichen Netzabgaben bezahlen nach EEG wie wenn ich es 2km weiter verkaufe. Das ist eine Barriere für die lokale Energiewende. Unsere Kirchengemeinde hat deshalb ihr BHKW stillgelegt, weil unrentabel.
            2) Verhinderung von nachfrageorientierer lokaler Preisbildung zur Abbildung der natürlichen Gegebenheiten: Die Strompreise sind anbieterabhängig, aber kaum regional differenziert. Warum darf Strom neben einem Windrad in MeckPom nicht deutlich billiger sein (also mit weniger Abgaben belastet), als der Strom des Windrades, wenn er in Süddeutschland verbraucht wird? Welches Grundrecht soll dadurch geschützt werden? Als Bayer habe ich auch kein Recht auf "nahen günstigen Strandzugang", wohl aber die Berge und Wasserkraftstrom vor der Tür - nur das der der Industrie hier unten nicht reicht.
            3) Entfremdung von Bedarf und Angebot: Wenn der Verbraucher die Produktionsanlage nicht sieht, versteht er die natürlichen Zusammenhänge nicht und passt sein Verhalten nicht an die Natur an. Wenn Preise suggerieren, jeder Strom sei zu jeder Zeit gleich viel wert, passiert das gleich.
            4) Entwertung des Angebots im Netz durch verschleierte Knappheit: Wenn mein Strom aus der Steckdose oder halt aus dem "Netz" kommt, sehe ich nicht den damit verbundenen Aufwand der Erzeugung und der Knappheit der Erzeugung, also verhalte ich mich verschwenderischer.

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  • Norbert

    Wir haben uns im Laufe unseres Lebens an eine Geldkultur gewöhnt: (Fast) Alle Dinge lassen sich mit Geld "regeln", so auch die optimale Allokation von Kapital zur Gewinnung erneuerbarer Energie - meist irgendwo anders unter anderen Bedingungen. Durch diese Geldkultur entsteht eine Entfremdung und Ablösung von Verantwortung von den natürlichen Grundlagen. Die Auswüchse zeigen sich in unseren Finanzsystemen. Die netto Null Energiewende wird nur mit Überzeugung und sichtbaren Umsetzungen vor Ort bis zum netto Null geführt werden können, denn sonst bleibt das "Augen verschließen" und "davon laufen" zu verlockend und bequem. Globale "Ablass"-Lösungen überwiegend auf Basis von Finanztransfers werden soziale Ungleichheit wie in den letzten 100 Jahren auch weiterhin zementieren. Wir hier haben die Mittel, auch den Aufpreis für theoretisch suboptimale Kapitalallokation zu bezahlen, also die von uns benötigte Energie tatsächlich auch selbst zu gewinnen und die Defizite durch Einschränkungen zu kompensieren. "Netto Null" wird mit einem verbesserten "weiter so" nicht gelingen. Dafür sind die Beharrungskräfte in der Bequemlichkeit zu groß und die Zeit nicht mehr verfügbar. Damit dies gelingt, braucht es regulierende und dirigierende Eingriffe in viele Märkte: Material, Lieferkette, Arbeit, Boden, Netze, Steuern. Alle müssen auf das eine Ziel hin optimiert werden und mit sozialen Ausgleichsmechanismen konstruiert werden.

      • RBerndt

        das Problem ist die bisher stattfindende Externalisierung von Kosten... Damit gehen die Kosten aber nicht weg. Sie müssen dann von anderen Ländern oder in der Zukunft von unserem Nachwuchs bezahlt werden. Kapital ist nur ein Mittel zur Verrechnung von Kosten und Nutzen...

          • Norbert

            Nein, eben nicht. Auch bei vollständiger Internalisierung aller entstehenden Kosten einer Aktivität und ihrer Bezahlung, entsteht die Entkoppelung der Aktivität von ihren natürtlichen Ressourcen (Grundlagen, begrenzte Einsatzfaktoren). "Geld" ist nun mal nicht begrenzt, sondern eine unnatürliche, fiktive, auf einem gesellschaftspolitischen Konsens beruhrende Tauscheinheit. Die Börse zeigt es uns täglich, in wachsendem Ausmaß.

              • RBerndt

                Vollkommene Märkte kann es nicht geben. Schlicht weil sich alles ständig ändert. Irgendeine Tauscheinheit braucht man aber. Oder man schafft den Handel/ Austausch per Gesetz ab. Ist das realistisch ? Energie gibt es von der Sonne mehr als die Menschheit je verbrauchen kann. Ludwig Bölkow hat schon vor jahrzehnten sein Quadrat in die Sahara gezeichnet, wieviel Fläche man braucht um die gesamte Menschheit mit erneuerbaren zu versorgen. Vieles ist schon seit jahrzehnten bekannt. Gesamtkonzepte gibts auch einige.Wo sind also unüberwindliche Probleme ? Die Börse kann man benutzen oder es sein lassen. Sie ist nur ein Markt für abstrakte Güter. Wenn man Märkte aus ideologischen Gründen abschaffen will, wirds schwierig. Lenin Stalin Mao sind alle gescheitert. Wozu also die Diskussion in diese Richtung lenken. Internalisieren wir doch die Kosten und lassen die Börsen ihre Arbeit tun...

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