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Sanierungsfahrpläne und Klimaberatung verpflichtend machen

GermanZero GermanZero  •  2021-04-23  •    5 Kommentare  • 
Sanierungsfahrplan (c) BMWi
Sanierungsfahrplan (c) BMWi

Passgenaue Modernisierung

(Anmerkung: In diese Maßnahme sind Ergebnisse aus dem Vorschlags-Bereich des Zerolab eingeflossen.)

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) hat sich als ein wirkungsvolles Instrument erwiesen, um passgenaue Lösungen für die energetische Modernisierung von Gebäuden zu entwickeln.  Schon heute werden 80 Prozent der Kosten eines iSFP (maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bzw. 1.700 Euro bei mehreren Wohneinheiten) durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernommen.  Dennoch hat in den letzten fünf Jahren nur rund ein Viertel der Eigentümer*innen eine Energieberatung durchgeführt.   Für die noch zu sanierenden Gebäude sollten bis 2030 Sanierungsfahrpläne vorliegen, um ausreichend Zeit für die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen bis 2035 zu haben. Das 1,5-Grad-Gesetzespaket sieht folgende Regelungen vor, um den iSFP breitflächiger zum Einsatz zu bringen:

  • Verpflichtende iSFP: Ein Sanierungsfahrplan muss dann erstellt werden, wenn eine Nutzungsänderung oder ein Umbau vorgenommen wird oder ein Eigentümer*innenwechsel vorliegt.  Darüber hinaus müssen Sanierungsfahrpläne für Gebäude der Energieeffizienzklassen G, H und F bis 2025 erstellt werden. Bis 2030 müssen Sanierungsfahrpläne für Gebäude der Energieeffizienzklassen E, D und C erstellt werden.
  • Vollständige Kostenübernahme: Die Kosten für die Erstellung des iSFP werden vollständig übernommen, sofern der iSFP in den ersten beiden Jahren der entsprechenden Zeiträume eingeholt wird.
  • Höhere Förderung: Werden die im iSFP vorgeschlagenen Sanierungen tatsächlich im entsprechenden Zeitrahmen vorgenommen, so steht eine höhere staatliche Förderung zur Verfügung.

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Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Maßnahmen für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft?

Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Kommentare (5)

Für die Sektoren "Gebäude & Wärme" und "Industrie" haben wir die Kommentierung am 18. Mai beendet. Die Ergebnisse werden jetzt für die weitere Gesetzesarbeit ausgewertet.

  • Frank Dehnhard

    Der GZ Vorschlag:
    "Darüber hinaus müssen Sanierungsfahrpläne für Gebäude der Energieeffizienzklassen G, H und F bis 2025 erstellt werden. Bis 2030 müssen Sanierungsfahrpläne für Gebäude der Energieeffizienzklassen E, D und C erstellt werden."
    erscheint mir paradox, da nur für einen Teil der Gebäude die Eff.Klasse bekannt bzw. ein Ausweis vorhanden ist !! Diese müssen bei alten EFHs vom Energieberater meist in einer Vor Ort Beratung (= meist jetzt iSFP) ermittelt werden! Und viele haben bereits eine Energieberatung erhelten aber keinen iSFP !
    Evtl. Alternative: Eigentümer alter Gebäude erhalten mit Grundsteuer eine Aufforderung zu belegen, dass Sie das Haus bereits saniert haben - sonst bitte iSFP erstellen. Mit persönlichem Gutschein für 95% der Kosten (ganz umsonst wird es missbraucht - es gibt gar nicht genügend ausgebildete Ingenieure!!).

    "Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) hat sich als ein wirkungsvolles Instrument erwiesen, um passgenaue Lösungen für die energetische Modernisierung von Gebäuden zu entwickeln."
    Ist das wirkllich so? ich mache seit 20 Jahren Energieberatung und habe vor 3 Monaten meinen ersten iSFP erstellt, da er sehr unflexibel ist.
    Er ist m.E. dringend verbesserungswürdig!

      • schachsommer12

        Politikberatung, Unternehmensberatung, Bauberatung, Umweltberatung und Klimaberatung - noch mehr Beratung. o_o "Darf ich vorstellen: Blutsbruder - Zwillingsbruder - Noch ein Bruder!!!" XD Funktionieren verpflichtende Sanierungsfahrpläne nicht auch ohne (z. B. Klima-)Beratung? Wieso brauche ich für die ausschließliche Information über die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes und einen überschlägigen Gebäudevergleich nach § 79 GEG einen Energieausweis als Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis nach Maßgabe der §§ 80 bis 86, wenn doch auch die Wohn- oder Hausgeldabrechnung schon den Energiebedarf als Energieverbrauch in Kosten bzw. Euro angibt?

        Geht es bei den Modernisierungsempfehlungen nicht vorwiegend um eine Referenzgebäude-Übersicht der möglichen kompatiblen kosteneffizienten Angebote am Markt, also einer Ist-Soll-Zustand-Bestandsaufnahme und damit einem guten Preis-Leistungsverhältnis, oder was ist eine Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen zur energie- und / oder kosteneffizienten Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes im Sinne des Gesetzgebers? Was ist der Unterschied zwischen einem Energieberater und einem Schornsteinfeger? "KÜO § 1 [...] HALBJÄHRLICH [...]" im Vergleich zu "GEG § 79 (3) [...] ZEHN Jahren [...]"

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  • Arnold Drewer

    die Informationen, die im iSFP enthalten sind, sind, was den baulichen Wärmeschutz angeht, sehr unvollständig. Niedriginvestive Dämmverfahren fehlen komplett. Der iSFP müsste also dringend reformiert und vervollständigt werden. Auch gibt es keine Empfehlungen zur Verwendung von Dämmstoffen mit niedrigem PEI

      • Frank_H

        Mit niedriginvestiven Dämmverfahren muss man vorsichtig sein v.a. dann wenn diese im Lock-in resultieren und die Leute dann wegen der "Niedriginvestition" nicht mehr den Schritt zur notwendigen Effizienzmaßnahme machen. Beispiel: jemand ersetzt seine 6cm hohe alte Wärmedämmung durch eine 14 cm Dämmung, die so hoch wie der Sparren ist. Das geschieht kostengünstig und von innen.
        Um sein Dach auf das langfristig notwendige Niveau von ca. 24 cm in 2 Lagen (Zwischensparrendämmung + zusätzliche Dämmschicht) zu bringen hat er/sie nach den 14cm keine Motivation mehr, da ja alles "neu" ist und sich somit über Jahrzehnte Energie im Lock-in befindet.
        Wenn es sich um eine Maßnahme handelt bei der es keine Alternative gibt z.B. Kerndämmung hinter Mauerwerk hat Hr. Drewer recht.

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