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Bonuszahlung für flächensparendes Wohnen

GermanZero GermanZero  •  2021-04-23  •    8 Kommentare  • 
Weniger Wohnfläche, mehr Gemeinschaft
Weniger Wohnfläche, mehr Gemeinschaft

Weniger ist mehr

(Anmerkung: In diese Maßnahme sind Ergebnisse aus dem Vorschlags-Bereich des Zerolab eingeflossen.)

47 Quadratmeter bewohnt heute ein Mensch in Deutschland im Durchschnitt. Vor 70 Jahren waren es noch 14 Quadratmeter. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch fest steht, dass dieser Wandel mit einem deutlich höheren Verbrauch von Energie und Ressourcen und immer mehr versiegelter Fläche einhergeht.

Durch eine effiziente Nutzung der bereits vorhandenen Gebäude lassen sich große Mengen an Energie sparen, die beim Bau sowie für Heizen, Kühlen und Belüften von Gebäuden eingesetzt wird. Gleichzeitig sinken dadurch der Bedarf nach Neubauten genauso wie die Lebenshaltungskosten für die Bewohner*innen.

Eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung des Flächenverbrauchs im 1,5-Grad-Gesetzespaket bezieht sich daher auf Anreize für das Wohnen auf geringer Pro-Kopf-Wohnfläche:

Einführung eines Bonussystems: Bei einer deutlichen Abweichung vom regionalen oder kommunalen Durchschnitt sollte ein Bonus gewährt werden, der sich an der Kaltmiete orientiert und gestaffelt sein sollte: je kleiner die Fläche, desto größer der Bonus. Um Missbrauch zu vermeiden, sollten Bewohner*innen in der angegebenen Wohnung ihren (einzigen) Wohnsitz vorweisen müssen.

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Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Maßnahmen für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft? Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Kommentare (8)

Für die Sektoren "Gebäude & Wärme" und "Industrie" haben wir die Kommentierung am 18. Mai beendet. Die Ergebnisse werden jetzt für die weitere Gesetzesarbeit ausgewertet.

  • Klimo

    Zu überlegen wäre:
    1a) Ob man damit nicht ggf. einfach nur eine versteckte Mieterhöhung hervorruft. Denn wenn kleine Wohnungen durch den Bonus attraktiver werden, könnten in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt ggf. einfach die Mietpreise für diese Objekte steigen. Gerade kleine Wohnungen (Student*innen-WGs, etc.) sind ja auch häufigeren Wechseln unterworfen. Hier müsste dann entsprechend eine Mietpreisbremse greifen. Außerdem reduziert sich häufig sowieso die Auswahl in Ballungsräumen, so dass eine Lenkungswirkung hin zu kleineren Wohnungen dort nur schwer erreicht werden kann, weil gar keine passenden Wohnungen verfügbar sind. Umgekehrt wäre in ländlichen Gegenden der Bonus weniger attraktiv (durch die Kopplung an die Kaltmieten).
    1b) Ob langfristig Neubauten, wegen einer Bonuszahlung auf kleinere Wohnungen umgeplant werden. (Halte ich auch eher für unwahrscheinlich, dafür wirkt ein Bonus zu indirekt)

    2) Ob man nicht Gefahr läuft kreative und gesellschaftliche Prozesse einzuschränken. Ich denke da an Möglichkeiten durch Gesellschaftsräume, Hobbyräume (Potenzielle Bastler, Youtuber, oder einfach nur der Gemeinschaftsraum der WG). Menschen die vielleicht gar nicht ihr Hobby aufnehmen, weil ich sie sich für den Bonus und eine kleinere Wohnung entschieden haben und damit nicht den Platz für neue Aktivitäten haben. Man läuft Gefahr soziale Unterschiede zu verstärken, da Menschen mit geringerem Einkommen letztlich noch stärker in engeren Wohnraum gedrängt werden. Wären es gerade die Menschen mit höheren Einkommen und tendenziell größerem Wohnraumverbrauch wenig trifft.

    3) Ob nicht die hier beabsichtigte Lenkungswirkung über die Maßnahmen aus dem Energie-Bereich und Kombination mit Mietpreisen eigentlich schon ohne den Bonus ausreichend reguliert wird. Evtl. wäre es sinnvoller das eigentliche noch dahinterstehende Problem, die Flächenversiegelung/Flächenverbrauch mit besteuert, z.B. so wie es jetzt beim Niederschlagswasser auch schon der Fall ist.

      • KatjaD

        Da muss ich dir leider recht geben. Aber der Grundgedanke ist als solches ja nicht verkehrt. Daher hat zum Beispiel die Stadt Leipzig in welcher ein angespannter Wohnunsmarkt herrscht sich entschieden den Bau von kleinen Wohnungen finanziell zu fördern. So kommen mehr kleine Wohnungen auf den Markt und vergrößern das Angebot.

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  • Peter Birett

    Wir haben keine Knappheit an ‚Wohnungen’, sondern an ‚WohnRaum‘
    Die Leute wollen auf immer mehr Quadratmeter wohnen.
    Und wenn die Kinder der geburtenstarken 60er Jahre jetzt Familie gründen, die GroßEltern wie auch Eltern dafür aber nicht ihre Wohnungen mit leerstehende KinderZimmer gegen kleinere Wohnungen eintauschen, aus denen zB diese familiengründenden JungLeute ausziehen, müssen immer mehr familiengerechte enge Wohnungen gebaut werden.
    Es muß viel mehr Anreize gegeben werden, wie früher das AustragsHäusel auf BauernHöfe, daß GroßEltern ihre Wohnungen (auch überfamiliär) den jungen Familien überlassen.

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