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Carbon Contracts for Difference zur Förderung CO2-armer Schlüsseltechnologien

GermanZero GermanZero  •  2021-04-23  •    2 Kommentare  • 
CfD fördern CO2-arme Technologien, z. B. in der Stahlherstellung
CfD fördern CO2-arme Technologien, z. B. in der Stahlherstellung

Ausgleich für Mehrkosten

CO2-arme Schlüsseltechnologien könnten heute schon eingesetzt werden, doch wegen ihrer hohen Anschaffungskosten (CAPEX) und Betriebskosten (OPEX) sind sie gegenüber konventionellen Produktionsverfahren im internationalen Wettbewerb nicht wirtschaftlich. So genannte Carbon Contracts for Difference (CfD, Differenzverträge) können die Mehrkosten für die CO2-Vermeidung ausgleichen.

Im Rahmen eines CfD schließt der Staat mit einem Industrieunternehmen einen Vertrag über einen fixen CO2-Preis für ein bestimmtes Projekt ab. Solange der tatsächliche CO2-Preis unter dem vereinbarten CO2-Preis liegt, zahlt der Staat dem Industrieunternehmen die Differenz. Steigt der tatsächliche CO2-Preis über den vereinbarten Preis, muss der Industrieunternehmer dem Staat die Differenz zahlen. Auf diese Weise muss das Unternehmen nicht warten, bis der tatsächliche CO2-Preis so hoch ist, dass sich eine klimaneutrale Produktion lohnt, sondern kann sofort mit der Umstellung beginnen.

Im 1,5-Grad-Gesetzespaket sind folgende Rahmenaspekte für die Umsetzung von CfD vorgesehen:

  • Anwendungsbereich: Zu Beginn sollten CfDs für solche Produktionsverfahren Anwendung finden, die ein hohes CO2 Einsparpotenzial bei gleichzeitig hohen CO2 Vermeidungskosten besitzen. Dies betrifft beispielsweise die Eisenreduktion mit Wasserstoff innerhalb der Stahlherstellung.
  • Kosten: Zu klären ist, welche Kosten auf Unternehmerseite berücksichtigt werden sollten. Grundsätzlich kommen sowohl OPEX-als auch CAPEX-Kosten in Betracht. Derzeit plant Deutschland die Erprobung von CfD in der Stahl- und Chemieindustrie. Vorgesehen sind projektbezogene staatliche Betriebskostenzuschüsse (OPEX) für vermiedene CO2 Emissionen. Die Förderhöhe bemisst sich dabei aus der Differenz zwischen den tatsächlichen CO2 Vermeidungskosten und dem aktuellen CO2 Preis.
  • Laufzeit: Um einen möglichst hohen Investitionsanreiz zu generieren, sollten die CfD über mehrere Jahre abgeschlossen werden. Dies müsste entsprechend dem Projektbezug konkret ausgearbeitet werden.
  • Rechtliche Umsetzung: Eine rechtliche Umsetzung ist sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene denkbar.

Diskutiere unten in den Kommentaren

Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Maßnahmen für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft?

Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Kommentare (2)

Für die Sektoren "Gebäude & Wärme" und "Industrie" haben wir die Kommentierung am 18. Mai beendet. Die Ergebnisse werden jetzt für die weitere Gesetzesarbeit ausgewertet.

  • Klaus Vollmann

    Die Idee kling erst mal gut. Ich sehe aber gravierende Probleme:
    Unternehmer investieren durchaus langfristig. Wenn absehbar ist dass der CO2-Preis später höher sein wird, werden die das in ihren Investitionsentscheidungen durchaus berücksichtigen. Da braucht es meiner Meinung nach keinen (bürokratischen) staatlichen Eingriff. Und wenn sich die Sache für das Unternehmen lohnt, weil die zukünftigen Einsparungen die anfänglichen Mehrkosten deutlich übersteigen, werden die Unternehmer den staatlichen Vertrag entweder nicht annehmen.
    Vermutlich werden die Unternehmen den Vertrag nur dann annehmen, wenn der Vertrag ihnen am Ende mehr Geld bringt, oder anders gesagt, wenn der Staat am Ende drauf zahlt.

      • Frank K.

        Lieber Klaus, ich war selbst schon als Unternehmer auf diesem Gebiet tätig. Wertschöpfung bedeutet derzeit leider immer noch nur Kapitalvermehrung. So lange vorhandene Anlagen den augenblicklichen Kapitalzuwachs im Gegensatz zu Alternativanlagen ermöglichen, wird das alte beibehalten. Deshalb rechnet sich ja auch CO2-Emmision. Der tatsächliche Zertifikatepreis spiegelt nicht die tatsächlichen Kosten wieder, welche die Gemeinschaft zahlt.

        Das hier vorgestellte Konzept ist ein Anreiz, kompensiert aber die fehlenden "Zähne", welche ein CO2-Preis hätte, der die tatsächlichen Kosten widerspiegelt. Auch hier zahlt die Allgemeinheit dafür, dass sich Verschmutzung andernfalls rechnen würde.

        Das einfachste Mittel ist: "Lasst Verschmutzung das kosten, was die dessen Beseitigung kosten würde."

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