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Pfandsystem für Elektro- und Elektronikaltgeräte

GermanZero GermanZero  •  2021-04-23  •    9 Kommentare  • 
Wertvolle Rohstoffe in Altgeräten bergen
Wertvolle Rohstoffe in Altgeräten bergen

Altgeräte als Rohstoffquellen nutzen

Elektroschrott zählt zu den am schnellsten anwachsenden Abfallfraktionen weltweit. Werden Elektro- und Elektronikaltgeräte nicht fachgerecht entsorgt und recycelt, gehen wichtige Ressourcen verloren; Schadstoffe im Elektroschrott belasten die Umwelt und das Klima. Deutschland hat Schwierigkeiten, die bestehenden Sammelquoten einzuhalten. 2019 wurden weniger als 45 Prozent der Geräte gesammelt, obwohl seit 2019 eine Mindestsammelquote von 65 Prozent gilt.

Das 1,5-Grad-Gesetzespaket sieht ein Pfandsystem für Elektro- und Elektronikaltgeräte vor, das einen finanziellen Anreiz für den Letztbesitzer setzt, ein Gerät am Ende der Nutzungsdauer einer geregelten Entsorgung zuzuführen. So dient das Pfandsystem dazu, die Sammelquote von Elektro- und Elektronikaltgeräten zu erhöhen.

Das 1,5-Grad-Gesetzespaket sieht hierfür folgende Regelungen vor:

  • Gesetzliche Verankerung im Elektrogesetz (ElektroG): Die Einführung eines Pfandsystems für Elektro- und Elektronikaltgeräte sollte im ElektroG festgeschrieben werden.
  • Besonders ressourcenrelevante Geräte: Zu Beginn sollte sich die Pfandpflicht auf besonders ressourcenrelevanten Gerätekategorien erstrecken. Dazu zählen Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK) (v.a. hochtechnisierte Geräte wie Smartphones, Computer, Laptops, Tablets u.ä.) sowie spezielle Messgeräte. Anschließend sollte eine progressive Ausweitung auf andere Gerätekategorien erfolgen.
  • Gesetzlich festgelegte Pfandhöhe: Die Pfandhöhe sollte im ElektroG gesetzlich festgelegt werden, damit das Pfand bundesweit einheitlich geregelt ist. Die Pfandhöhe sollte weder zu niedrig noch zu hoch angesetzt werden. Sie könnte als fester produktspezifischer Betrag festgelegt werden (z.B. für Mobiltelefone ein Pfandbetrag in Höhe von 10 - 20 Euro), oder anhand des Kaufpreises eines Geräts bemessen werden (z. B. 10 % des Kaufpreises von 399,00 Euro).

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Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Maßnahmen für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft?

Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Kommentare (9)


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  • Helmut

    Kostet das nicht mehr, als es letztendlich bringt?
    Ein großes Elektrogerät (Laptop aufwärts) bringe ich ja eh zum Wertstoffhof, weil ich es anders gar nicht entsorgen kann. Alte Smartphones liegen vielleicht mal länger in der Schublade, aber motivieren mich dann 10€?
    Wie wäre es, wenn statt dessen die kommunalen Wertstoffhöfe Elektroaltgeräte, ankaufen und zwar zum geschätzten Materialwert?
    Wenn ich Altöl zum Wertstoffhof bringe, dann zahle ich ein paar Euro, wenn ich mein altes Smartphone bringe, dann bekomme ich Geld.

      • Konstantin

        Zum Recyclinghof kann ich die Sachen ja jetzt auch schon bringen, aber es reicht anscheinend noch nicht, denn wie in der Einleitung oben steht: "2019 wurden weniger als 45 Prozent der Geräte gesammelt, obwohl seit 2019 eine Mindestsammelquote von 65 Prozent gilt."
        Von mir aus können die Recyclinghöfe auch gerne mitmachen bei dem Pfandsystem. Aber ich komme an an sonem Recyclinghof ungefähr alle 5 Jahre mal vorbei, gerade auch leute ohne Auto oder in der Großstadt sind da quasi nie. Deshalb wäre es aus meiner Sicht essentiell alle Verkaufsstellen von Smartphones einzubinden, an den sehr zentral gelegenen MediaMärkten &Co dieser Welt kommen viele Leute täglich vorbei. Vielleicht kriege ich sogar direkt beim Kauf des neuen Gerätes 10€ Rabatt, wenn ich das alte gleich da lasse.

          • Helmut

            Ja, aber heute bekommen Sie nichts, wenn Sie wertstoffhaltige Elektrogeräte am Wertstoffhof abgeben.

            Wir brauchen einfache Lösungen und nicht wieder einen Megaaufwand wie beim Dosenpfand.
            Wertstoffhöfe gibt es überall, Wertstoffhöfe haben die Infrastruktur um Altgeräte anzunehmen.Wertstoffhöhe haben auch eine Kasse, weil man zum Beispiel für Altöl bezahlen muss. Und wenn jemand wirklich keine Gelegenheit hat, zum Wertstoffhof zu gelangen (wie bringt der dann seine Amazon-Verpackungen weg?), dann soll er das alte Handy Verwandten oder Nachbarn mitgeben.

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  • Klimo

    Prinzipiell keine schlechte Idee, aber ich habe gerade noch etwas Probleme mir das in der Praxis vorzustellen.

    Muss dann die Orginalrechnung oder eine Pfandmarke über den gesamten Produktlebenszyklus mitgeführt werden, so dass der letzte Nutzer bei Rückgabe dann nachweisen kann, welches Pfand ursprünglich bezahlt wurde oder ist dann auf jedem Mobiltelefon ein Pfandstempel? Registriert man irgendwo mit einem zentralen Pfand-System an der Geräte-Seriennummer das Pfand und die Rückgabe?

    Letzteres hätte natürlich den Charme, dass vielleicht viele Geräte die jetzt irgendwo in der Natur rumliegen gesammelt und zurückgebracht werden, in der Hoffnung, dass vielleicht Pfand auf den Geräten hinterlegt ist. So wie jetzt bei Pfandflaschen, nur noch besser, da u.U. auch die Geräte ohne Pfand zurück kämen, weil man es ihnen nicht von außen ansieht:)

    Gibt es da schon ein konkrete Konzepte?

      • Konstantin

        Um es nicht so kompliziert werden zu lassen wäre vielleicht "10€ pauschal pro Gerät" die simpelste Lösung, egal ob Smartphone oder Fernseher oder Kühlschrank.

        Zur konkreten Umsetzung: Es wird eine zentrale Dachorganisation benötigt, an die MediaMarkt etc die 10 € Pfand beim Neukauf weiterreicht, bzw von denen sie sich Jahre später wenn ich mir meinen Pfand abholen das Geld wiederholen können. Nur so wäre sichergestellt, dass ich die Geräte auch ohne Kassenbon überall abgeben kann. Diese Zentrale Dachorganisation müsste sich dann auch um die fachgerechte Entsorgung der Altgeräte kümmern.

        Wie wird diese Dachorganisation finanziert? Entweder durch Staatliche Zuschüsse, oder durch unterschiedliche Pfandsätze (12 € Pfand bezahlen, 10 € Pfand zurückbekommen).

        Ungelöstes Problem: Wie verhindere ich, dass Geräte aus dem Ausland die nie Pfand bezahlt haben sich hier ihr Pfand zurückholen? Hat da jemand eine gute Idee?

  • Peter Birett

    Früher gab es die StraßenMüllTage, die meiner Meinung nach von der Industrie Lobby weggesegelt wurden, weil lieber Neues verkauft werden sollte, als daß die Bürger kostenloses Recycling machen.
    Wenn man diese Form des WertStoff-Sammlung wieder einführt, bekommt man als Ex-Besitzer zwar kein Geld, aber es wird Firmen geben, die sich die WertStoffe heraussammeln, und als letztes fährt der kommunale RestMüllLaster und KehrMaschine durch.
    Ich denke, daß wird die RecycelingRate sehr erhöhen, insbesondere dort, wo 750-1000Liter RestMüllTonnen den Gang zum WertStoffHof ‚verhindern‘.

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  • Klaus Vollmann

    Ich glaube das die Pfandregelung in der Praxis in viel Bürokratie, unerwünschten Nebeneffekten und Ärger für den Kunden ausarten wird. Die Pfandflaschenrückgabe, die viel einfacher ist verursacht schon viel Ärger. Ich ärger mich regelmäßig im Supermarkt über Pfandannahmeautomaten die gerade außer Betrieb sind oder über lange Schlangen davor, oder über Flaschen die aus irgendwelchen Gründen nicht akzeptiert werden. Und das alles obwohl ich meine Flaschen auch ohne Pfand zurückbringen würde und meinen Elektroschrott auch ohne Pfand zur Wertstoffsammlung bringe.

      • Konstantin

        Ich stimme dir zu Klaus, es muss ohne Bürokratie gehen, sonst scheitert es! Deshalb: Ohne Kassenbon, einfach abgeben - fertig. Auch das Handling im Hintergrund für die Pfandstelle muss schlank bleiben. Alte Batterien müssen die Verkaufsstellen heute ja auch schon zurücknehmen, wenn auch ohne Geldauszahlung.
        Den Unterschied zu dem Flaschenpfand sehe ich darin, dass ich das wöchentlich abgeben muss, mein Elektrogerät nur ein paar mal im Jahr. Den Aufwand müsste der MediaMarkt-Infostand auch noch ohne Pfandautomat bewältigt bekommen, hoffe ich...

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