Zerolab

Menü
Zurück

Reparatur-Index für Elektro- und Elektronikgeräte

GermanZero GermanZero  •  2021-04-23  •    4 Kommentare  • 
Ein Index schafft Anreize, Elektrogeräte reparierbar zu gestalten
Ein Index schafft Anreize, Elektrogeräte reparierbar zu gestalten

Vorrang für leicht reparierbare Geräte

In Frankreich erfahren Verbraucher*innen ab 2021 beim Kauf elektronischer Geräte über einen Reparatur-Index Auskunft, wie einfach diese sich im Schadensfall reparieren lassen. So erhalten sie die Möglichkeit, sich für Geräte zu entscheiden, die sich besonders gut reparieren lassen. Zudem ist die verpflichtende Kennzeichnung mit dem Index ein Anreiz für Hersteller*innen, ihre Produkte so reparierbar wie möglich zu gestalten und Ersatzteile sowie Informationen verfügbar und zugänglich zu machen.

Das 1,5-Grad-Gesetzespaket sieht einen verpflichtenden Reparatur-Index nach dem Vorbild Frankreichs für alle Elektro- und Elektronikgeräte vor. Notwendige Regelungen hierfür sind:

  • Verpflichtende Indexkennzeichnung: Damit Hersteller ihrer Verantwortung für umweltfreundliche, langlebige und reparaturfähige Produkte nachkommen, sollten Hersteller dazu verpflichtet werden, über die Reparierbarkeit ihrer Produkte zu informieren. Für den Index sollten folgende Kriterien verwendet werden: 1.) Zugang zu Geräteinformationen , 2.) Einfachheit der Demontage, 3.) Ersatzteilverfügbarkeit, 4.) Preis der Ersatzteile sowie 5.) produktspezifische Informationen, wie beispielsweise die Verfügbarkeit von Software-Updates.Zudem muss die erreichte Punktzahl des Index deutlich sichtbar auf dem Produkt oder der Verpackung des Produktes angebracht sein.
  • Sanktionsmechanismus: Bei einer nicht wahrheitsgemäßen Berechnung des Reparatur-Index durch die Unternehmen, sollte wie, auch in Frankreich, ein Sanktionsmechanismus greifen, da ein fälschlicherweise guter Wert im Reparatur-Index zu einem Wettbewerbsvorteil führen kann. Die Unternehmen sollten in diesen Fällen Strafzahlungen leisten müssen. Die Strafzahlungen sollten 50.000 Euro nicht übersteigen.
  • Beschwerdemechanismus: Weiterhin sollten Verbraucher*innen Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche gegen Unternehmer, die falsche Angaben in Bezug auf den Reparatur-Index machen, geltend machen können.

Diskutiere unten in den Kommentaren

Welche Chancen und Risiken bieten hier vorgestellten Maßnahmen für den Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft?

Welche Herausforderungen müssen berücksichtigt werden?

Kommentare (4)

Für die Sektoren "Gebäude & Wärme" und "Industrie" haben wir die Kommentierung am 18. Mai beendet. Die Ergebnisse werden jetzt für die weitere Gesetzesarbeit ausgewertet.

  • Klimo

    Ich bin nicht so tief in diesem Thema drin, aber spricht etwas dagegen die Reparierbarkeit über eine Fixpreis-Reparaturgarantie statt über Sanktionen und Klagemöglichkeiten zu Falschangaben zu erreichen?

    Der Hersteller gibt auf dem Produkt an, wie hoch die maximalen Kosten für unterschiedliche (sinnvolle) Reparaturszenarien sind und muss diese später im Streitfall (der Kunde findet z.B. kein Fachgeschäft, der es zu angegeben Preis repariert) auch zum ursprünglich angegeben Preis durchführen (ggf. mit Inflationsanpassung und Ausnahmen für kleine Unternehmen).
    Sind keine Reparaturszenarien vorgesehen, ist dies ebenfalls prominent (z.B. als rotes Siegel) vermerkt.
    Dies würde Kostentransparenz für den Käufer beim Kauf schaffen und in Kombination mit Vorschlag für geringere USt für Reparaturen und CO2-Bepreisung für neue Materialen auch Anreize für den Hersteller das Produkt reparierbar zu machen setzen (statt es zu einfach durch ein Neues zu ersetzen).

    Keine Antworten
  • Peter Birett

    Warum „Die Strafzahlungen sollten 50.000 Euro nicht übersteigen.“ ?
    Ich würde die StrafZahlung in eine Formel aus verkauften StückZahlen und VerkaufsPreis und erzielten WiederVerkaufsPreis (nach GarantieZeit?) (um die WertErhalt/WertSchätzung der ZweitNutzer mit einfließen zu lassen) bemessen.

    Keine Antworten