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Entfernungspauschale streichen oder Mobilitätsgeld auszahlen?

Die Entfernungspauschale fördert lange Arbeitswege und die Zersiedelung der Landschaft und damit auch ein höheres Verkehrsaufkommen.

Das 1,5-Grad-Gesetzespaket sieht vor, die Entfernungspauschale zu streichen. Härtefälle mit unzumutbar hohen Pendelkosten sollten eine Entlastung erhalten. Langfristig sollten die zusätzlichen Steuereinnahmen dem Ausbau des ÖPNV zugute kommen.

Ein Mobilitätsgeld, wie es z. B. Agora Verkehrswende vorschlägt, würde Pendelnde mit mittleren und geringen Einkommen stärker als bisher entlasten. Mit einer Höhe von 10 Ct/km wird dabei allen Pendelnden die gleiche Summe je Entfernungskilometer von der Steuerschuld abgezogen, so dass die Entlastung unabhängig vom individuellen Steuersatz ist.

Hintergrund zu dieser Umfrage

Aktuell können Arbeitnehmer*innen Arbeitswege über die Einkommenssteuer mit einem Kostensatz von 30ct/km einfacher Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort wie Werbungskosten steuerlich absetzen. So können sie ihre Steuerlast senken, sobald der Werbungskosten-Pauschbetrag überschritten ist. Die Pendlerpauschale fördert lange Arbeitswege und die Zersiedelung der Landschaft und damit auch ein höheres Gesamtverkehrsaufkommen und größere Flächeninanspruchnahme. Zudem setzt sie keine Anreize, sparsame Autos zu fahren.

Diese Steuervergünstigung macht sich mit 5 - 6,5 Milliarden Euro im Staatshaushalt bemerkbar. Einkommensstarke Haushalte profitieren stärker von der Pauschale, weil sie durch den progressiven Einkommensteuersatz absolut betrachtet eine größere Steuerentlastung erhalten.


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  • schachsommer12

    Um den steuerlichen Anreiz für regelmäßige berufliche oder betriebliche Fahrten mit dem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftfahrzeug und den Berufsverkehr zu reduzieren, könnte der Höchstbetrag von 1 250 Euro als Pauschbetrag gewertet werden, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht oder darauf verzichtet wird und im zweiten Jahr auf 1.500 Euro und ab dem dritten Jahr auf 2.000 Euro erhöht werden.

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  • Boo-WoMan

    hm... lange Arbeitswege können hin und wieder mit sozialen Gründen zusammenhängen.
    Manche Menschen können/wollen nicht wegen jedem Arbeitsplatzwechsel umziehen.
    Z.B. Er arbeitet in München - Sie in Stuttgart - wohnen tun sie in Ulm...
    Oder man wohnt da, wo die Kinder von Großeltern betreut werden und arbeitet 50km davon entfernt...
    Wie ist das dann zu lösen?

      • Frank (Moderator)

        Lieber Boo-WoMan, das ist eine berechtigte Frage. Es geht, so glaube ich, darum, Mobilität neu zu definieren. Letztendlich soll es sich nicht lohnen dürfen, längere Wege zur Arbeit zu haben, zumal die Pendlerpauschale ja erst dann zum Wirken kommt, wenn der Werbungskostenpauschbetrag überschritten ist. Warum sollten Leute, welche einen kürzeren Arbeitsweg haben, nicht in den Genuß kommen, dass die steuerliche Last gesenkt wird?

          • schachsommer12

            Warum ist nach § 9 (1) Nr. 4. S. 2 EStG ein höherer Betrag als 4 500 Euro anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt? Ist das keine umweltschädliche Subvention von Kraftwagen bzw. der Automobilindustrie gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln? Es heißt bereits "3Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32."

            Warum ist für die Bestimmung der Entfernung die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte maßgebend und kann eine andere als die kürzeste Straßenverbindung zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird? Es könnte doch einfach regelmäßig die offensichtlich verkehrsgünstigere Straßenverbindung zugrunde gelegt werden.

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      • schachsommer12

        Wann lohnt sich eine doppelte Haushaltsführung wirtschaftlich, finanziell, steuerlich und sozial bzw. familiär, ggf. auch in Verbindung mit notwendigen Mehraufwendungen eines Arbeitnehmers für beruflich veranlasste Übernachtungen an einer Tätigkeitsstätte, die nicht erste Tätigkeitsstätte ist? "Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Hausstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt. 3Das Vorliegen eines eigenen Hausstandes setzt das Innehaben einer Wohnung sowie eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus. 4Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung können im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens 1 000 Euro im Monat. Aufwendungen für die Wege vom Ort der ersten Tätigkeitsstätte zum Ort des eigenen Hausstandes und zurück (Familienheimfahrt) können jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich abgezogen werden." Und natürlich auch die ganz grundlegende Frage: Sind überhaupt genügend bezahlbare Wohnungen und Unterkünfte für eine doppelte Haushaltsführung vorhanden?

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