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Reduktion der Tierhaltung / Wechsel zu bio-veganer Landwirtschaft

Martin Müller Martin Müller  •  2021-02-26  •    63 Kommentare
Biogeochemischer Stoffkreislauf der biozyklisch-veganen Landwirtschaft
Biogeochemischer Stoffkreislauf der biozyklisch-veganen Landwirtschaft


Antrags-Code: ID-2021-02-34

Ein Wechsel zu einem pflanzenbasierten Ernährungssystem führt zu wesentlich geringeren Inputs (Land, Wasser, Kunstdünger, Pestizide) und Outputs (Treibhausgase, versauernde und eutrophierende Stoffe)

Der Konsum von tierischen Produkten geht mit erheblichen Verlusten an nutzbarer Biomasse einher. Im Durchschnitt gehen pro Trophiestufe durch Stoffwechsel und Atmung 90% der Energie verloren ([1]). Aufgrund dieses Energieverlusts müssen bei einem Konsum tierischer Produkte erheblich mehr Ressourcen (landwirtschaftliche Fläche, Wasser, Makro- und Mikronährstoffe) aufgewandt werden, als bei einem direkten Konsum von Pflanzen. Die Energie geht zum einen für die Nutzung des Menschen verloren, zum anderen wird sie über schädliche Stoffwechselprodukte (Treibhausgase, versauerende und eutrophisierende Stoffe) an die Umwelt abgegeben. Der hohe Input an Ressourcen und der hohe Output schädlicher Stoffe stören die biogeochemischen Kreisläufe und bringen die Stoffstrombilanzen ins Ungleichgewicht.

Die Tierhaltung ist insbesondere aufgrund der hohen Treibhausgaspotentiale von Methan und Distickstoffmonoxid, der Rodung von Wäldern und der Opportunitätskosten nicht genutzter Kohlenstoffsenken ein Hauptverursacher des Klimawandels. Je nach Berechnungsweise liegt der Anteil bei 18% ([2], S.271), 28% ([3][4], S.44) und 51% ([5], S.11).

Eine bio-vegane Landwirtschaft umgeht den ineffizienten Umweg der Nahrungsmittelumwandlung durch Tiere. Sie kommt ohne Zuführung synthetischer Dünger und Pestizide aus und kann nachhaltig praktiziert werden. Den wichtigsten Makronährstoff Stickstoff können Leguminosen in ausreichender Menge über eine Symbiose mit Knöllchenbakterien aus der Luft fixieren. Über die regelmäßige Gründüngung mit Leguminosen und die zusätzliche Ausbringung von selbst erzeugtem, biozyklischem Humus und reifem Kompost können dem Boden gebundener Stickstoff und alle anderen Makro- und Mikronährstoffe zugeführt werden. Die Erzeugung des Humus und Komposts kann zum einen über zyklische Fruchtfolgen ([6], Kap. 3.1.1.1) und zum anderen über einen Teil der zuvor für Futtermittel benötigten Flächen erfolgen ([6], Kp. 3.6). Eine Abkehr von überholten, nicht mehr zeitgemäßen Traditionen und ein Wechsel zu einer rein pflanzenbasierten Landwirtschaft ist ökonomisch und ökologisch eine logische Konsequenz und nur so gegenüber nachfolgenden Generationen zu verantworten.

(entnommen aus https://landwirtschaft.jetzt)

 

Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung: siehe Anhang

Quellen: siehe Anhang

Dokumente (2)

Für den Sektor "Landwirtschaft, Landnutzung und Ernährung" haben wir die Kommentierung beendet.
Die Ergebnisse der Auswertung sind hier zu finden:
https://beteiligung.germanzero.org/Ergebnisse_LW

  • BB

    Eine Forderung, die ich zu 100% unterstütze und mir wünsche, dass sie auch endlich von politischen Führern ausgesprochen wird. Zumindest die politische Opposition (v.a. Die Grünen) steht hier in der Pflicht, dafür zu kämpfen und dringend benötigte Handlungen einzufordern.

      • schachsommer12

        Politischen Führern? Naja, das ist eine Wortwahl, die ich eher misstrauisch betrachte. Die politische Opposition (v. a. oder z. B. Die Grünen) kann viel einfordern, unterstützen oder sich wünschen, solange sie keine Regierungsverantwortung trägt oder es umsetzen muss. Dringend benötigte Handlungen brauchen gegenseitigen Respekt und gegenseitiges Verständnis in Form von "Art 5 GG (1) Jeder hat das Recht, (a) sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten und (b) seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten." statt umgekehrt. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet und eine Zensur findet nicht statt sind wichtige Grundsätze in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, aber sie benötigt auch eine ordentliche Moderation: "Art 5 GG (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung." Gerade der letzte Satz verweist mit dem Begriff Lehre (= Unterricht) glaube ich auf "Art 7 GG (1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.", obwohl die Formulierung "Aufsicht des Staates" glaube ich missverständlich ist, weil es eigentlich die allgemeinen Grundrechte sind, denen die Aufsicht obliegt, gewährleistet von Gesetzgebung, vollziehender Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

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      • Sabine (Moderatorin)

        Liebe*r BB,
        Du hast sicher auf dieser Seite https://beteiligung.germanzero.org/ gesehen, wie der Werdegang der Ideen ist, die mit vielen Fachleuten bei GermanZero zu einem Gesetzesentwurf entwickelt werden. Für das Thema „Landwirtschaft“ schließen wir heute die dritte von vier Stufen ab. Wir haben – auch Dank Deiner Beiträge und Stimmen – nun viel Material bekommen, das wir mit unseren Fachleuten für die nächste Stufe „Übersetzung in Gesetzestexte“ aufarbeiten werden.

        Ab Morgen fangen wir mit dem Thema „Energie“ an. Sicher hast Du hierfür auch richtig gute Ideen, die uns auf unserem Weg zum Ziel weiterbringen.
        Hoffentlich hast Du bei „Mein Konto“ die Häkchen so gesetzt, dass Du eine Benachrichtigung vom ZeroLab bekommst, wenn es Antworten zu Deinen Beiträgen gibt.
        Ach ja… und es ist sicher immer wieder gut, den Spam-Ordner zu besuchen, um zu sehen, ob nicht eine Nachricht vom ZeroLab aus Versehen dort gelandet ist…

        Bis hierhin vielen Dank an Dich!
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  • Martin Müller
    Martin Müller  •  Verfasser*in  •  2021-02-27 19:44:15

    Vorschlag für konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Vorschlags
    (Credits: Philipp Bruck)

    (1) Mögliche Instrumente für geringere Tierbestände sind
    (1.1) Moratorium für neue Tierhaltungsanlagen, bspw. über das Baugesetzbuch; Umbauten an Reduktion der Tierbestände knüpfen
    (1.2) Ausstiegsprogramme für Tierhalter*innen, die ihnen eine Zukunft außerhalb der Tierhaltung geben
    (1.3) Einführung einer Stickstoffabgabe/-steuer, um die Überdüngung und damit verbundene Emissionen zu verringern
    (1.4) Einführung und schrittweise Verschärfung einer Flächenbegrenzung für kontinuierlich sinkende Tierbestände (GVE/ha)
    (1.5) Ende der direkten und indirekten Subventionierung von Tierhaltung, insbes. durch Umbau der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) zulasten der Direktzahlungen, die Futtermittelproduktion billig machen
    (1.6) Importverbot für Futtermittel
    (1.7) Einschränkung des Exports tierischer Lebensmittel
    (1.8) Förderung bio-veganer Landwirtschaft

    (2) Mögliche Instrumente für eine Reduktion des Konsums sind:
    (2.1) MwSt. reformieren: für tierische Lebensmittel den vollen Satz, für pflanzliche den reduzierten (derzeit ist es meist andersherum)
    (2.2) Steuer oder Abgabe auf tierische Lebensmittel, die die externen Kosten von Klimawandel und Umweltschäden einpreist
    (2.3) Öffentliche Mensen und Kantinen auf pflanzliches Essensangebot umstellen
    (2.4) Komponente Milch des EU-Schulprogramms beenden
    (2.5) Transparenz über die Klimawirkung von Lebensmitteln, auch durch CO2-Fußabdrücke auf Verpackungen
    (2.6) Transparenz durch eine klare Kennzeichnung von tierischen Inhaltsstoffen und den Abbau von sprachlichen und bildlichen Beschönigungen auf Verpackungen und in der Bewerbung von Tierprodukten, bis hin zu Werbeverboten für tierische Lebensmittel
    (2.7) Umfassende, unabhängige Ernährungsbildung und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere über die Folgen der Tierhaltung und die Vorteile pflanzlicher Ernährung
    (2.8) Eine Anpassung der Ausbildung von Köch*innen

  • Milla

    Eine Agrarwende hin zu einer bioveganen Landwirtschaft halte ich für einen enorm vielversprechenden Ansatz! Diese Strategie sollte auf politischer Ebene viel stärker diskutiert werden.

      • Sabine (Moderatorin)

        Liebe Milla,
        Du hast sicher auf dieser Seite https://beteiligung.germanzero.org/ gesehen, wie der Werdegang der Ideen ist, die mit vielen Fachleuten bei GermanZero zu einem Gesetzesentwurf entwickelt werden. Für das Thema „Landwirtschaft“ schließen wir heute die dritte von vier Stufen ab. Wir haben – auch Dank Deiner Beiträge und Stimmen – nun viel Material bekommen, das wir mit unseren Fachleuten für die nächste Stufe „Übersetzung in Gesetzestexte“ aufarbeiten werden.

        Ab Morgen fangen wir mit dem Thema „Energie“ an. Sicher hast Du hierfür auch richtig gute Ideen, die uns auf unserem Weg zum Ziel weiterbringen.
        Hoffentlich hast Du bei „Mein Konto“ die Häkchen so gesetzt, dass Du eine Benachrichtigung vom ZeroLab bekommst, wenn es Antworten zu Deinen Beiträgen gibt.
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  • Hagen

    Entscheidend für eine erfolgreiche Agrar- und Ernährungswende werden folgende Punkte sein:
    1.: Tierprodukte müssen deutlich teurer als entsprechende pflanzliche Alternativen sein. Sobald wir an diesen Punkt kommen, werden Angebot und Qualität sprunghaft nach oben schnellen.
    2.: Wir brauchen mehr pflanzliche Proteinquellen auf den Feldern der EU, wie etwa Soja, Ackerbohnen, Lupinen, Erbsen, Hafer, Sonnenblumen, Raps usw., denn nur so können wir ausreichende Mengen an Pflanzenfleisch produzieren.
    3.: Für freiwerdendes Grasland brauchen wir ebenfalls neue Geschäftsmodelle. Hier wäre denkbar:
    a.) Die Flächen werden vom Staat übernommen (abgekauft) und dann renaturiert / aufgeforstet, um CO2-Senken zu schaffen und das Artensterben zu stoppen.
    b.) Die Landwirte forsten selber auf, entweder als Nutzwald, der dann aber auch entsprechend wie Grasland bezuschusst wird, oder um CO2-Senken zu schaffen, für die wir dann entsprechende CO2-Zertifikate ausgeben sollten.
    c.) Wir heben das Umbruchverbot auf, damit Grasland wieder beackert werden kann. Das macht durchaus Sinn, sofern wir diese Umnutzung an gewisse Regeln koppeln, etwa den Anbau von Leguminosen zur Pflanzenfleischproduktion.
    d.) Wir heben das Verbot, dort PV-Anlagen zu errichten, auf, denn dann könnten solche Wiesen weiterhin den Insekten nutzen und trotzdem Geld erwirtschaften - und nebenbei noch die Energiewende beschleunigen!
    4.: Die Einführung einer Handelsklasse 3 ist notwendig, denn über diese könnten unförmige Früchte vermarktet werden, die heute im Müll oder Tierfutter landen.
    5.: Mais anzubauen, um dann über die Biogasanlage mit diesem Ökostrom zu erzeugen, muss verboten werden! Biogasanlagen sind sinnvoll, sofern dort wirklich nur Abfälle vergoren werden.
    6.: Wir brauchen auch Lösungen für andere Feldfrüchte, die aktuell nur als Tierfutter dienen. So gibt es seit kurzem die Möglichkeit aus Rapsschrot Pflanzenproteinisolat herzustellen. Ähnliches brauchen wir auch für Futterweizen, Ackerbohnen usw..

  • Christina

    Was mir noch zu dem Thema eingefallen ist: Alle anderen Maßnahmen sind mit aufwendigen Umbaumaßnahmen verbunden (Verkehr, Gebäude etc.). Die Änderung der Ernährung könnte in der Theorie von heute auf morgen stattfinden. Sicherlich muss sich die Landwirtschaft darauf einstellen. Aber es dauert keine fünf Jahre... Und man benötigt fast keine Ressourcen. Im Gegenteil es werden Ressourcen in Form von Landfläche frei. Eigentlich genial einfach, man muss es nur machen.

      • schachsommer12

        Die Betonung liegt dabei auf könnte. In der Theorie ist vieles von heute auf morgen möglich - ich liebe Science Fiction, v. a. Star Trek, mit dem Replikator. ;-) Die Technik ist ein geniales und faszinierendes Themengebiet, aber sie braucht auch (Berufs-)Erfahrung und Begabung. Mich fasziniert dabei: "Art 12 GG (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.", insbesondere was das in Bezug auf "(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht." bedeutet, in Verbindung mit "Art 12a GG (5) Für die Zeit vor dem Verteidigungsfalle können Verpflichtungen nach Absatz 3 nur nach Maßgabe des Artikels 80a Abs. 1 begründet werden. Zur Vorbereitung auf Dienstleistungen nach Absatz 3, für die besondere Kenntnisse oder Fertigkeiten erforderlich sind, kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen zur Pflicht gemacht werden. Satz 1 findet insoweit keine Anwendung."

        Ich habe so den Eindruck, dass "Art 12a GG (6) Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an Arbeitskräften für die in Absatz 3 Satz 2 genannten Bereiche auf freiwilliger Grundlage nicht gedeckt werden, so kann zur Sicherung dieses Bedarfs die Freiheit der Deutschen, die Ausübung eines Berufs oder den Arbeitsplatz aufzugeben, durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden. Vor Eintritt des Verteidigungsfalles gilt Absatz 5 Satz 1 entsprechend." im Widerspruch steht zu "Art 12 GG (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.", obwohl selbstverständlich das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen, innerhalb dieser Rahmenbedingungen gilt.

          • Hagen

            Daß aktuell kaum noch jemand in der Landwirtschaft arbeiten will, liegt doch daran, daß die Preise für Milch und Schweine im Keller sind!
            Durch eine Agrarwende würden sich neue lukrative Geschäftsfelder eröffnen, die den Betrieben wieder Gewinne ermöglichen würden - und das erhöht dann sicherlich auch die Motivation dort zu arbeiten!

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  • AxelAnders

    Im Rahmen der biozyklisch-veganen Landwirtschaft wird auch der Einsatz von biozyklischer Humuserde empfohlen, die entsteht, wenn organische Masse kompostiert und dann über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) über die in der Kompostherstellung üblichen Reifestufen hinaus kompostiert wird. Biozyklische Humuserde ist eine neuartige, nährstoff- und kohlenstoffstabilisierte Form an organischer Substanz mit hoher Düngerwirkung, die über besondere Molekülstrukturen verfügt, in denen Kohlenstoff dauerhaft gebunden wird. Somit kann die biozyklisch-vegane Landwirtschaft durch die systematische Anreicherung der Böden mit biozyklischer Humuserde in zunehmendem Maße einen Beitrag leisten zur langfristigen Sequestrierung von CO2 in landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen.

    Weitere Informationen hierzu: http://biozyklisch-vegan.org/biozyklische-humuserde/

      • Sabine (Moderatorin)

        Lieber AxelAnders,
        Du hast sicher auf dieser Seite https://beteiligung.germanzero.org/ gesehen, wie der Werdegang der Ideen ist, die mit vielen Fachleuten bei GermanZero zu einem Gesetzesentwurf entwickelt werden. Für das Thema „Landwirtschaft“ schließen wir heute die dritte von vier Stufen ab. Wir haben – auch Dank Deiner Beiträge und Stimmen – nun viel Material bekommen, das wir mit unseren Fachleuten für die nächste Stufe „Übersetzung in Gesetzestexte“ aufarbeiten werden.

        Ab Morgen fangen wir mit dem Thema „Energie“ an. Sicher hast Du hierfür auch richtig gute Ideen, die uns auf unserem Weg zum Ziel weiterbringen.
        Hoffentlich hast Du bei „Mein Konto“ die Häkchen so gesetzt, dass Du eine Benachrichtigung vom ZeroLab bekommst, wenn es Antworten zu Deinen Beiträgen gibt.
        Ach ja… und es ist sicher immer wieder gut, den Spam-Ordner zu besuchen, um zu sehen, ob nicht eine Nachricht vom ZeroLab aus Versehen dort gelandet ist…

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  • Klaus Vollmann

    Das Ziel ganz Deutschland vegan zu machen geht für mich zu weit.
    Das ist aktuell nicht mehrheitsfähig und wird es wohl auch in 10 Jahren nicht sein.
    Solche Ziele auszugeben verursacht Misstrauen und Blockadehaltung die sich in Schlagworten wie "Verbotspartei" und "Ökodiktatur" niederschlagen. Das ist für die Sache der Klimaneutralität kontraproduktiv.
    Eine deutliche Reduktion der Tierhaltung und des entsprechenden Konsums ist aber sicher sinnvoll und notwendig.
    Was die Tierhaltung an sich angeht ist der Handlungsspielraum Deutschlands hier leider stark eingeschränkt, weil viel auf EU-Ebene geregelt ist.
    Für den Konsum tierischer Produkte gibt es mehr Möglichkeiten. Mein Vorschlag wäre eine Treibhausgasbasierte Steuer für Tierprodukte.
    Hierzu ein Beispiel: die Produktion von 1 Tonne Rindfleisch verursacht ein CO2-Äquivalent von 15 Tonnen. Das Bundesumweltamt gibt als Preis für Klimafolgekosten einen 195 Euro pro Tonne an. Die Kosten für eine Tonne Rindfleisch wären dann 15*195 Euro, also 2925 Euro. Das sollte als Steuer auf den Preis drauf geschlagen werden. Ein kg Rindfleisch würde dann in Zukunft ca. 3 Euro mehr kosten.

      • koa

        Ich sehe das auch so. Eine rein vegane Ernährung ist für viele Menschen nciht wünschenswert - egal wie viel das für den Klimaschutz bringt. Realistischer finde ich es, wenn zunächst einmal die vollkommen offensichtlichen Fehler im jetzigen System verbessert würden. Allein das würde dazu führen, dass der Preis von Fleisch deutlich steigen (und der Konsum reduziert) würde und insgesamt auch die Landwirtschaft nachhaltiger wird. Mit Fehlern im System meine ich zum Beispiel den Import von Futtermitteln aus dem Ausland. Allein der Import von – im Wesentlichen Soja – macht die Nährstoffbilanzen in Deutschland komplett kaputt und führt zu Überdüngung und weiteren Problemen. Sollte dieses billige Futter nicht mehr zur Verfügung stehen, würde sich direkt die Tierproduktion reduzieren. Dann müssten meiner Ansicht nach deutlich höhere Tierwohl-Standards eingeführt werden – die deutlich über dem der momentanen Bio-Siegel liegen müssten. Dazu wurden noch weitere Maßnahmen, wie Ammenkuhhaltung, Verteuerung weitee Transporte (sowohl von Futtermitteln, als auch von Tieren zur Schlachtung) etc gehören.
        Außerdem ist es nicht sinnvoll, möglichst viele Flächen aufzuforsten. was speichert Wald pro Fläche mehr Kohlenstoff als Grünland, aber der Wert für Grünland ist auch ziemlich gut. Insbesondere darf hier nicht der Klimaschutz durch den mindestens ebenso wichtigen Schutz der Biodiversität ausgespielt werden. Ich denke da insbesondere an Almwiesen, an viele Steilhänge in den Mittelgebirgen mit Magerrasen und andere extensive Wiesen und Weiden, die sich quer in Deutschland verteilt finden. Dies wäre die ersten Flächen, die sich zur Aufforstung anbieten würden und dabei gleichzeitig diejenigen, mit denen wir der größte Menge an Biodiversität sowohl tierischer als auf pflanzlicherseits verlieren würden!

          • Sabine (Moderatorin)

            Grüße Dich, koa,
            Dein Beitrag ist richtig vielschichtig! Danke Dir!
            Wie würdest Du Dir idealerweise die "deutlich höhere(n) Tierwohl-Standards (...) (vorstellen) – die deutlich über dem der momentanen Bio-Siegel liegen müssten"?
            Magst Du noch weitere Details hierzu mit uns teilen: "Dazu wurden noch weitere Maßnahmen, wie Ammenkuhhaltung, Verteuerung weitere Transporte (sowohl von Futtermitteln, als auch von Tieren zur Schlachtung) etc. gehören."

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            Sabine vom ZeroLab-Moderations-Team

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          • Sabine (Moderatorin)

            Liebe*r koa,
            Du hast sicher auf dieser Seite https://beteiligung.germanzero.org/ gesehen, wie der Werdegang der Ideen ist, die mit vielen Fachleuten bei GermanZero zu einem Gesetzesentwurf entwickelt werden. Für das Thema „Landwirtschaft“ schließen wir heute die dritte von vier Stufen ab. Wir haben – auch Dank Deiner Beiträge und Stimmen – nun viel Material bekommen, das wir mit unseren Fachleuten für die nächste Stufe „Übersetzung in Gesetzestexte“ aufarbeiten werden.

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  • schachsommer12

    Ich will gar nicht bestreiten, dass der Konsum von tierischen Produkten mit erheblichen Verlusten an nutzbarer Biomasse einher geht und eine bio-vegane Landwirtschaft den ineffizienten Umweg der Nahrungsmittelumwandlung durch Tiere umgeht. Außerdem wäre es ein wichtiger Schritt in Richtung: "Art 1 GG (1) Die Würde des Lebens (statt nur "Menschen") ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk (oder: Jeder) bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Lebensrechten (statt nur "Menschenrechten") als Grundlage jeder lebendigen (statt "menschlichen") Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht." Aber wir Menschen sind keine Maschinen, die ihre Gefühle einfach abstellen, umgehen oder ignorieren können. Eine Abkehr von überholten, nicht mehr zeitgemäßen (wirtschaftlichen) Traditionen und ein Wechsel zu einer umweltbewussten Landwirtschaft ist ökonomisch und ökologisch eine logische Konsequenz und nur so gegenüber nachfolgenden Generationen zu verantworten; eine rein pflanzenbasierte Landwirtschaft kann erst ein nächster Schritt sein. Wir sollten nicht zuviel auf einmal verlangen.

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  • janis

    Vielen Dank für diesen gut ausgearbeiteten und belegten Beitrag! Es ist dringend nötig, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse, die seit Jahren auch über Fachkreise hinaus bekannt sind, endlich Grundlage für politische Entscheidungen werden.

      • Babette (Moderatorin)

        Hallo Janis,
        Du hast sicher auf dieser Seite https://beteiligung.germanzero.org/ gesehen, wie der Werdegang der Ideen ist, die mit vielen Fachleuten bei GermanZero zu einem Gesetzesentwurf entwickelt werden. Für das Thema „Landwirtschaft“ schließen wir heute die dritte von vier Stufen ab. Wir haben – auch Dank Deiner Beiträge und Stimmen – nun viel Material bekommen, das wir mit unseren Fachleuten für die nächste Stufe „Übersetzung in Gesetzestexte“ aufarbeiten werden. Ab Morgen fangen wir mit dem Thema „Energie“ an. Sicher hast Du hierfür auch richtig gute Ideen, die uns auf unserem Weg zum Ziel weiterbringen. Hoffentlich hast Du bei „Mein Konto“ die Häkchen so gesetzt, dass Du eine Benachrichtigung vom ZeroLab bekommst, wenn es Antworten zu Deinen Beiträgen gibt. Ach ja… und es ist sicher immer wieder gut, den Spam-Ordner zu besuchen, um zu sehen, ob nicht eine Nachricht vom ZeroLab aus Versehen dort gelandet ist… Bis hierhin vielen Dank an Dich! Wir freuen uns auf weitere Beiträge und wertvolle Ideen von Dir! Dein ZeroLab-ModerationsTeam

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