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GermanZero: Ausstieg aus fossilen Heizstoffen ab 2022

GermanZero GermanZero  •  2021-02-26  •    23 Kommentare
Grafik: Noun Project
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Antrags-Code: ID-2021-02-37

Schnelleres Endes von Öl- und Gasheizungen, Anfang bereits 2022

Die Energie für Raumwärme und Warmwasser wird derzeit noch zum größten Teil aus Öl und insbesondere Gas gewonnen. Ein Umstieg auf erneuerbare Wärme ist erforderlich, um Gebäude bis 2035 klimaneutral zu machen.

Die Maßnahmen

Für das 1,5-Grad-Gesetzespaket prüft GermanZero derzeit, inwiefern mit den folgenden Maßnahmen ein schneller Ausstieg aus fossilen Heizstoffen möglich ist.

  • Anders als im Gebäudeenergiegesetzvorgesehen dürfen bereits ab 2022, nicht erst ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden, auch nicht als Hybridheizung (die anteilig mit erneuerbaren Energien arbeitet).
  • Ab 2027 dürfen keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden.
  • Öl- und Gasheizungen, die älter als 20 Jahre sind, müssen ab 2022 ausgebaut werden.

Sind diese Maßnahmen jeweils sinnvoll und angemessen? Diskutiere unten in den Kommentaren!

Über „Themen ansehen und bearbeiten“ kannst Du Ideen für Förderungsmöglichkeiten und für alternative Maßnahmen vorstellen und diskutieren.


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  • Helmut

    Generell volle Zustimmung für neue Heizungen. Aber Heizanlagen werden länger genutzt als 20 Jahre, da kann es für Hausbesitzer zu einer unverhältnismäßig hohen Belastung kommen, wenn sie nach 20 Jahren bereits die Heizung erneuern müssen. Ich würde lieber auf 30 Jahre gehen und parallel dazu Gas und Öl (über eine zunehmend steigende CO2-Abgabe) verteuern, was einen langsam ansteigenden Anreiz darstellt.

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  • d_le_nen

    In Dänemark dürfen schon lange weder Öl- noch Gasheizungen eingebaut werden. Das können wir bei uns sehr schnell beschließen, also 2022 passt.
    Es gibt Probleme mit den Installationsfirmen und Heizungsherstellern. Hier wird Kapital vernichtet - die Herstellungsanlagen und auch das Knowhow wird in ganz kurzer Zeit wertlos. Hier muss unterstützt werden bei der Umstellung auf Wärmepumpen, Sonnenkollektoren, solare Fernwärme.
    Heizung darf nicht getrennt vom Isolierungszustand eines Hauses und von der Perspektive des Gesamtsystems Wärmeversorgung in Deutschland gesehen werden. Der Einbau einer neuen Heizung - und sei es auch eine klimafreundliche - sollte eine gute Wärmeisolierung erzwingen. Wärmeisolierung vermindert den Bedarf und sollte deshalb erwungen werden. Sonst laufen wir Gefahr, das Stromsystem mittelfristig zu überlasten. Solar- und Windstrom wird auf längere Zeit ein knappes Gut bleiben. Sie ist allerdings teuer und sollte deshalb unterstützt werden.

      • Sabine LaBagk

        Liebe*r d_le_nen,
        Zu dieser Aussage
        Zitat:
        "Hier wird Kapital vernichtet - die Herstellungsanlagen und auch das Knowhow wird in ganz kurzer Zeit wertlos."
        Zitatende
        kann man sich mit einigen Beispielen auslassen:
        Alles hat einmal ein Ende.
        1) Kohleabbau - auch wenn Generationen damit ihren Lebensunterhalt bestritten.
        2) Verbrenner-Autos - auch wenn für die Produktion neuer Autos weniger und anders geschultes Personal gebraucht wird.
        etc.
        Wir wollen doch nicht auch noch dieses Thema verschlafen, weil wir an Arbeitsplätzen und veralteten Techniken festhalten wollen?!
        (wer weiß heute noch, wie man ohne Feuerzeug oder Streichholz ein Lager- oder Kaminfeuer entzündet?)
        Die Bevölkerung muss auch hierfür Perspektiven und die entsprechende Bildung bekommen!
        Anreize und Zuschüsse müssen es uns Steuerzahlern wert sein!

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      • Norbert

        Für die Hersteller und ihre Fertigungslinien spielt es kaum eine Rolle, welches Gas in ihren Heizgeräten später verbrannt wird. Insofern sehe ich da keine drohende Kapitalvernichtung.
        Für Gebäudeeigentümer stellt eine Tauschpflicht rein aufgrund des Alters des Heizgerätes eines Kapitalvernichtung dar. Da gerade alte Geräte viel massiver gebaut und langlebiger sind, würde ich niemandem empfehlen, deshalb sein Gerät zu tauschen. Stattdessen sollte der etas-Wert (Primärenergiefaktor) und das lokale Emissionsniveau ausschlaggebend für eine Austauschpficht sein.

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      • Mafalda

        Dieser Punkt "Heizung darf nicht getrennt vom Isolierungszustand eines Hauses und von der Perspektive des Gesamtsystems Wärmeversorgung in Deutschland gesehen werden. Der Einbau einer neuen Heizung - und sei es auch eine klimafreundliche - sollte eine gute Wärmeisolierung erzwingen." ist m.M.n. extrem wichtig. Erfolgt ein Austausch des Wärmeerzeugers ohne eine entsprechend "gerüstete" Gebäudehülle, hat man langfristig nur einen geringen Mehrwert, da es zu unnötig hohen Energieverbräuchen kommt.
        Es sollte außerdem ausgeschlossen werden, dass durch diese Maßnahme vermehrt auf Biomasse gesetzt wird und bspw. ein Gas- oder Ölkessel durch einen Pelletkessel ersetzt wird, nur weil diese Umstellung "einfacher" ist als die Umrüstung des Systems auf eine Wärmepumpe (und entsprechend notwendige Dämmung der Gebäudehülle).
        https://denkhausbremen.de/verbaende_stellungnahme_holzbiomasse/

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  • Christina

    Im Sinne von Nachhaltigkeit: Müsste man da nicht überlegen wie man die bestehende Heizanlage weiter nachhaltiger nutzen könnte? Millionen Gasheizungen ausbauen und ersetzen. Das stelle ich mir als ein riesiges, nicht bewältigbares Prozedere vor. Liege ich da falsch?

      • Norbert

        Genau. Wie bei der aktuell laufenden "Marktraumumstellung" in Nordwestdeutschland, wo Millionen Gas-Heizgeräte auf höherwertiges Erdgas umgestellt und umgebaut werden müssen, ist das technisch und organisatorisch machbar und sinnvoll.
        In UK lief dazu eine Ausschreibung der Regierung, ein universelles Umbau-Kit "Erdgas auf H2" zu entwickeln.

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      • Frank_H

        Ja. Da liegst du aus meiner Sicht falsch. Die Energie, die in den Bauteilen einer Heizung steckt ist nichtig im Verhältnis zu dem was fossile Energieträger beim Betrieb einer Heizungsanlage an CO2 emittieren. Außerdem können die Bauteile zu einem Großteil aufgearbeitet und in Form von anderen Bauteilen/Anlagen wesentlich weniger klimaschädlich genutzt werden.

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      • christian

        Neben der Heizung und der Wärmeverteilung im Haus (die nicht einfach und kostengünstig auf eine Strom-Wärmepumpe umgestellt werden kann) geht es ja auch um die Infrastruktur, die für die Energieversorgung mit Gas benötigt wird und die vorhanden ist. Diese Infrastruktur kann auch für Biogas und Wasserstoff genutzt werden. Wenn man die CO2-Emissionen im Gebäudebestand schnell runterbringen möchte, dann muss erneuerbares Gas in den Wärmesektor gebracht werden. Dann sinken die CO2-Emissionen im Gebäudebestand insgesamt - ohne zusätzliche Investitionen für den Eigentümer.

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  • Blumenbeet99

    Dass keine neuen Öl- und Gasheizanlagen eingebaut werden sollen, klingt sinnvoll. Aber wer soll das denn bezahlen, ab nächstem Jahr bereits sämtliche Heizsysteme auszubauen? Das kann auch nicht jeder leisten.
    Und gibt es überhaupt schon die nötige Bereitstellung an Ökostrom, um ganz Deutschland zu versorgen?
    Ich finde, das müsste massiv unterstützt oder übernommen werden vom Staat, wenn man nicht die nötigen Mittel dazu hat. Das zentrale Problem dabei ist die finanzielle Belastung - sowohl für Eigenheimbesitzer mit alten Heizanlagen, als auch für Mieter, für die sich die Sanierungskosten in erhöhten Mieten niederschlagen.

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  • Aribert Peters

    2022 ist schon nächstes Jahr. Womit sollen denn dann die Leute heizen? Mit Erneuerbaren? Wie kann man aus einem Durchschnittshaus ein Nullenergiehaus machen? Klar ist das notwendig und richtig. Aber es ist weit weg von der Wirklichkeit! Bevor man etwas verbietet, müssen erst einmal die Voraussetzungen für alternative Heizsystem aufgebaut werden. Mit Verboten schafft man das nicht. Auch Wärmepumpen sind nicht die Lösung. Denn woher soll denn der Strom im Winter kommen? Aus der Steckdose? Wir haben derzeit 50% Erneuerbaren Anteil in der Stromerzeugung. Und wenn der Verbrauch durch Wärmepumpen ansteigt wird dieser Anteil sinken. Vom Problem der Spitzenlast ganz zu schweigen. Mit PV heizen im Winter? Da sollte man sich mal die monatlichen Erträge von PV Anlagen ansehen! Ähnlich sieht es mit solarthermischen Anlagen aus.

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  • christian

    Das Problem ist, dass ein Einbauverbot nur sehr sehr langsam über den Neubau wirkt. Damit wird man weder die aktuellen CO2-Ziele der Bundesregierung noch die neuen CO2-Ziele aus dem EU Green Deal erreichen. Eine Dekarbonisierung des Wärmemarkts bis 2035 ist damit auch völlig utopisch. Grund dafür ist ein sehr träger Gebäudebestand, der nicht schnell genug saniert werden kann.

    Aus meiner Sicht kann der Gebäudebestand nur über eine Kombination von Sanierung (Gebäudedämmung), Modernisierung (Heizungsanlage) und Markteinführung erneuerbarer Gase im Wärmemarkt schnell genug dekarbonisiert werden. Wenn man einen Baustein weglässt, dann wird die Transformation nicht schnell genug gelingen.

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  • Frank_H

    Das Ölheizungsverbot" ab 2026 im Gebäudeenergiegesetz dauert erstens noch 5 Jahre und ist zweitens hinterlegt mit sehr vielen Ausnahmen und daher eine schlechte gesetzliche Vorgabe, um fossile Energieträger rasch aus dem Markt zu drängen.
    Gegen ein echtes Öl- und Gasheizungsverbot im Neubau so schnell wie möglich spricht nichts.
    Bei Bestandsgebäuden soll ebenfalls ab sofort auf Öl und Gas verzichtet werden für den Fall, dass an ein Wärmenetz angeschlossen werden kann oder wenn auf Biomasse (Pellets) aufgrund des hohen Temperaturniveaus der Heizung zurückgegriffen werden „muss“. Das ist beispielsweise bei Denkmalen oder erhaltenswerter Bausubstanz (<5% des Gebäudebestands) der Fall.
    Für alle anderen Bestandsgebäude sollte es vor dem Verbot von Öl und Gas eine Frist von wenigen Jahren geben, damit diejenigen Gebäude die es noch nicht sind zumindest teilweise energetisch saniert und damit „fit“ für eine Wärmepumpe gemacht werden können. Diese Pflicht muss den EigentümerInnen gegenüber klar und deutlich kommuniziert werden. Gyshybridwärmepumpen können als "Brückentechnologie" ebenfalls gute Dienste leisten, um den erneuerbaren Anteil im Gebäudesektor nach und nach hochzuschrauben.
    Erneuerbares „grünes“ Gas (PTG) oder „grünes Öl“ (PTL) um damit Gebäude zu heizen sind nach aktuellen Erkenntnissen keine Optionen im Sinne von Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Klimaschutz. Daher stellt der „Wandel“ von bestehenden Öl- und Gasheizungen in bisheriger Form zu CO2-neutralen Heizungen keinen realistischen Pfad zur Dekarbonisierung dar und darf nicht gefördert werden. PTG und PTL auf der Basis erneuerbarer Energieträger werden für die Sektoren Mobilität und Industrie in den kommenden dringend benötigt.

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  • Uwe Brauer

    Sinnvoll, ja - Angemessen, nein.

    EE Heizung müssen Pflicht werden (Wärmepumpe, PV) im Neubau.

    Gas, Öl, Holz schnellsten im Neubau verbieten (bis spätestens 2025).

    Bei Austausch alter Heizungen muss EE Pflicht werden, nur in gut begründeten Härtefällen, darf davon abgewichen werden.

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