Zerolab

Menü
Zurück

Wirksamer CO2-Preis mit Klimadividende als zentrales Instrument

AWolf AWolf  •  2021-03-04  •    45 Kommentare
Kreislauf CO2-Preis - Klimadividende
Kreislauf CO2-Preis - Klimadividende


Antrags-Code: ID-2021-03-41

Wir brauchen bis zur Dekarbonisierung einen CO2-Preis jeweils in der Höhe, so dass wir uns auf dem vorgenommenen Reduktionspfad befinden. Ausschüttung der Einnahmen als Pro-Kopf-Pauschale.
  1. Paris-kompatibles verbleibendes CO2-Budget beschließen
  2. von diesem Budget einen sinnvollen Emissionspfad ableiten
  3. CO2-Preis jeweils in der Höhe, dass wir diesen Emissionspfad einhalten
  4. Umsetzung wirksamer CO2-Preis:
    • EU-Emissionshandel für alle CO2-Emissionen, der mit einem Paris-kompatiblen Emissionspfad unterlegt ist
    • So lange es diesen EU-ETS noch nicht gibt:
      • CO2-Abgabe im nationalen Emissionsahndel (nEHS) frühzeitig und regelmäßig so anheben, dass Emissionspfad eingehalten wird
      • Versteigerung der Zertifikate im nEHS vorziehen (im Moment erst ab 2026 geplant); damit ist die Einhaltung der Reduktionsziele früher garantiert
  5. Alle Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in einem pro Kopf gleichen Betrag wieder an die Bürger ausschütten (ein möglicher Begriff: Klimadividende). Das macht auch hohe CO2-Preise sozialverträglich und politisch durchsetzbar.
  6. Weitere zielgenaue Unterstützungen für wenige soziale Härtefälle, die es auch trotz Klimadivdende geben kann.

Mit dem www.co2-preis-rechner.de der Bürgerlobby Klimaschutz wird deutlich, wie eine wirksame CO2-Bepreisung mit Klimadividende wirkt.

Dokumente (2)


Sie müssen sich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu hinterlassen.
  • RBerndt

    politisch riskant ist nur wenn nicht endlich und schnell das nötige getan wird um das 1,5 ° Ziel zu erreichen. Deutschland ist zwar direkt nur für einen geringen Anteil der weltweiten Emissionen verantwortlich, aber es hat alle Möglichkeiten, technischer Vorreiter zu werden. Wir waren es mit dem EEG und wir können es wieder werden. Zu Glauben, dass kriege man umsonst, wäre fatal

    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
    Keine Antworten
  • Stefan

    Grauenhafte Idee, weil die Kosten egal wie man es macht auf die Bevölkerung bzw. die Verbraucher abgewälzt werden, während kein Anreiz und keine Verpflichtung besteht um Konzerne dazu zu bewegen etwas zu ändern. Sie legen die Kosten auf die Kunden um und es tut sich nichts, außer dass die Bevölkerung wieder weniger Geld zur Verfügung hat und an anderer Stelle billige, klimaschädliche Produkte kaufen muss.

    Ein Gesetz das Konzerne dazu zwingt einen bestimmten Prozentsatz ihrer Gewinne für Umweltschutz, Restaurierung von Wäldern, Mooren und Lebensraum für Tiere zu verwenden sehe ich da sinnvoller.

    Das Handeln mit CO2-Schuldscheinen ist meiner Meinung nach eine Farce. Eine Idee, die sich Wirtschaftstheoretiker ausdenken, weil sie auf dem Papier gut klingt, aber in der Realität wird der eigentliche Sinn - Umweltschutz - umgangen, weil man nur noch handelt und versucht einen Vorteil für sich zu erwirtschaften.

    Zumal durch Abholzung, Waldbrände und dergleichen die Kapazität der Erde CO2 abzubauen ständig weiter sinkt. Das heist der verfügbare CO2-Ausstoß den man ohne Auswirkungen verbreiten kann sinkt auch mit jedem Jahr. Und das nicht wenig. Wir verlieren pro Jahr etwa 15 Milliarden Bäume. Die muss man wieder aufforsten um überhaupt einen Anstieg des CO2 zu verhindern. Um die Situation zu verbessern, muss man wesentlich mehr tun. Und zwar direkt in der Natur, wieder aufbauen was zerstört wurde. Das hin- und herschieben von Zahlen nützt der Erde nichts. Es ist eine mathematische Spielerei.

    Wir müssen unbedingt aktiv werden. Und Konzerne und Regierungen müssen dazu verpflichtet werden so schnell wie möglich, so viel wie möglich zu tun um die Erde grüner zu machen. Mehr Wälder, Moore und sauberes Wasser. Das ist das wichtigste überhaupt. Alles andere ist versuchen mit einem Lappen das Loch im Rumpf der Titanik zu stopfen. Es braucht wirklich große Projekte, global, um diese Situation zu verändern.

      • AWolf
        AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-09 10:49:51

        Ich kann bei Ihnen leider kein alternatives besseres Konzept herauslesen. Eine wirklich wirksame CO2-Bepreisung mit Klimadividende ist ein sehr radikaler und wirksamer Ansatz.

          • Stefan

            "Ein Gesetz das Konzerne dazu zwingt einen bestimmten Prozentsatz ihrer Gewinne für Umweltschutz, Restaurierung von Wäldern, Mooren und Lebensraum für Tiere zu verwenden sehe ich da sinnvoller."

            Man sollte es gesetzlich verpflichtend machen, dass Konzerne, die sowieso die größten Verursacher von Umweltproblemen sind, einen Teil der Gewinne die sie aus dieser Zerstörung erwirtschaften in den Wiederaufbau von Natur investieren. Auch Kann man Investoren zur Kasse bitten, immerhin haben diese Gruppen wesentlich mehr Kapital verfügbar als die 4-Köpfige Familie die gerade so über die Runden kommt.

            Direkt verpflichtende Maßnahmen etwas zu tun sind besser als irgendwelche Papierhandel wer wieviel CO2 ausstoßen darf. Das ist doch Unsinn. Am Ende ändert sich die ausgestoßene Menge global nicht, weil jeder sich irgendwelche Papiere kauft auf denen steht sein CO² wurde im Namen von Afrika verballert. Sorry, aber das ist Zahlenschieberei sonst nichts.

            Und anstatt eine Gesellschaft aufzubauen, deren Regierung die Menschen mit Bestrafung zu einem anderen Verhalten zwingt (CO2-Abgaben), sollte man vielleicht überlegen, ob man nicht mit Motivation arbeiten will. So dass Menschen etwas dafür bekommen, dass sie sich besser verhalten. Steuererleichterungen für Menschen, die sich allgemeinnützig oder an Umweltprojekten beteiligen wären zum Beispiel eine Möglichkeit. So belohnt man gutes Verhalten anstatt immer nur mit dem Entzug von Geld (das sowieso in vielen Haushalten knapp ist) zu bestrafen. Zumal es kontraproduktiv ist Menschen die teuerer Öko- und Bio- Dinge kaufen sollen vorher zur Kasse zu bitten wenn sie es nicht tun. Da besteht doch gar kein Anreiz etwas zu ändern und die Geldmittel der Familie werden auch knapper.

            Radikal sehe ich an der Bepreisung nur eins: Den Einschnitt in die Familienhaushalte, denn die leiden darunter. Und dann verlangen wir von ihnen auch noch, dass sie sich doch ein E-Auto kaufen sollen. Das funktioniert nicht. Das ist gegenläufig.

            Keine Antworten
      • AWolf
        AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-09 12:28:19

        Vlt. noch dies: Natürlich werden die Unternehmen versuchen die CO2-Kosten auf die Kunden abzuwälzen. Aber der entscheidende Punkt: Unternehmen, die investieren in Produktionsweisen, die mit weniger CO2 verbunden sind oder Produkte anbieten, die bei der Nutzung mit weniger CO2 verbunden sind, haben einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die nur versuchen die CO2-Kosten durch zureichen. Das ist der Game-Changer. Aber der CO2-Preis muss hoch genug sein, dass es sich lohnt in andere Produktionsprozesses und Produkte zu investieren. Dafür brauchen wir den politischen Willen und die Klimadividende.

          • Stefan

            Ach..."Game Changer"....dieses "Game" spielen wir schon seit der 1970er und seit dem hat sich die Wirtschafts- und Politik-Elite jedes Jahr irgendwo getroffen und gebabbelt wie sie denn so tun könnten als würden sie was für den Planeten tun, ohne dabei die Profitmargen der Wirtschaft und das unendliche Wachstum zu gefährden. Deshalb sind die Maßnahmen immer zu wenig, zu klein, zu bedeutungslos geworden und die Kosten hat immer die Bevölkerung getragen. Weil die Industrie (siehe Diesel-Skandal) von der Politik gedeckt wird. Und das muss aufhören. Entweder wir setzen die Priorität darauf den Planeten zu retten oder wir setzen sie auf ein Weiterführen einer selbstzerstörerischen "Wirtschaft", die nur aus der Natur nimmt und höchst selten mal ein bisschen was gibt, weils Prestige bringt. Klimadividende ist auch so ein Begriff den sich irgendwelche Wirtschafts-Leute ausgedacht haben. Es geht hier nicht um Zahlen, es geht um einen lebenden Organismus der Größe eines Planeten. Den zu retten geht nicht mit Zahlen jonglieren. Da muss man aktiv was tun. Wir reden immer vom Klimawandel, aber in Wirklichkeit ist es ein Kollaps eines Öko-Systems der nicht einfach bei 1,5°C stoppt. Es geht auf und ab und immer extremere Unterschiede mit lokalen Auswirkungen, weil die Ausgleichmechanismen der Erde nicht mehr funktionieren. Da hilft so ein softes "Na bitte ändert doch eure Produktionsweisen" gar nichts. Da muss man klare Linie fahren. Und das mit Gesetzen die bestimmen und nicht um 3 Ecken mit Geld versuchen zu überreden. Bis sich sowas bemerkbar macht in der Wirtschaft dauert es schon Jahre und dann drücken sie eher Geld in die Lobbyarbeit als dass sie etwas gravierend ändern, weils billiger ist die Politik zu kaufen als die Produktion umzustellen. Kennen wir doch alles schon. Ist doch schon Gang & Gäbe.

              • AWolf
                AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-09 17:07:20

                Wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind statt für eine wirksame CO2-Bepreisung für den schrittweisen Verbot der Verwendung fossiler Brennstoffe. Den Weg kann man auch gehen. Der smartere Weg geht über eine wirksame CO2-Bepreisung und die funktioniert nicht über drei Ecken (wie z.B. das EEG etc.) sondern packt das Übel an der Wurzel. Der politische Engpass sind übrigens am Ende wir Bürger, die zwar mehrheitlich das Klima retten wollen; aber ändern soll sich dabei nichts. Die Politik hat Angst vor uns Wählern. Das ist das leider Hauptproblem.

                  • Stefan

                    Durch den Fokus auf CO2 scheint die komplette Größe dieses Problems und Komplexität nicht anzukommen bei den Menschen. Wir verlieren pro Jahr ca. 15-17 Milliarden Bäume. Wir verwandeln eine Fläche so groß wie Irland in Wüste - jedes Jahr (das war noch vor den Waldbränden der letzten beiden Jahre). Wenn ein Projekt eine Millionen Bäume pflanzt klingt das viel, ist aber im Vergleich zu dem Ausmaß an Zerstörung dass die Wirtschaft hinterlässt nichtmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

                    Das bekannte Problem ist, dass wir seit den 70ern wissen, dass wir zuviel CO2 in die Atmosphäre blasen.
                    Das ungenannte Problem ist, dass wir seit der Industrialisierung jedes Jahr mehr und mehr Umwelt zerstören, die dieses CO2 aufnehmen kann.

                    Das heißt wir haben 2 gegenläufige Mechanismen am laufen, der eine bringt mehr CO2 in Umlauf, der andere zerstört die natürlichen Kapazitäten um dieses CO2 abzubauen. Und so wie es seit den 70ern läuft beschleunigt sich der Zerstörungs-Teil schneller als der Einspar-Versuch bei den Emissionen. Egal wie hoch sie den Preis ansetzen, das Einsparen von CO2 wird dieses Problem nicht lösen, es sei denn sie kommen auf Null. Und das wird nicht möglich sein, weil sie selbst Solarzellen und Windräder produzieren müssen. Irgendwo brauchen sie eine komplett saubere Energiequelle, das habe ich auch mit einem anderen Vorschlag versucht zu erklären. Emissionen einsparen löst das Problem nicht solange wir weiter die Mechanismen der Erde zerstören, die das CO2 abbauen. Die Grenze für das tolerierbare CO2 wird ständig sinken solange die Wälder, Moore, etc. verschwinden. Wir haben seit der Mensch existiert 46% der Wälder auf der Erde verloren. Und einen Großteil dadurch, dass wir uns in den letzten Jahrhunderten so dramatisch ausgebreitet haben.

                    Und das ist nur ein Teil, es geht auch um Stauseen, die die Erddrehung verlangsamen, es geht um Flüsse, die umgeleitet, ausgetrocknet und verschmutzt werden, um Meere die übersäuern, etc. das spielt alles mit rein.

                  • Stefan

                    Laut einer Studie von Oxfam sind es die reichsten 10%, die für knapp 50% der CO2-Emissionen verantwortlich sind. Weil ihr Lebensstil so kompliziert und verschwenderisch ist. Und da meine ich z.B. dass eine Geschäftsfrau mit dem Jet von Moskau nach Zürich fliegt, dort merkt, dass sie ihre Handtasche vergessen hat und den Privatjet samt Crew nochmal zurück schickt um das Ding zu holen. Das denke ich mir nicht aus, das ist tatsächlich passiert und passiert auch weiterhin.

                    Unser Hauptproblem ist, dass unsere Wirtschaft keinen Ausgleich hat für die massive Zerstörung die sie anrichtet an diesem Planeten. Sie wirtschaftet nicht, sie nimmt sich bloß. Und das muss sehr schnell geändert werden. Irgendwelche Bepreisungen sind viel zu kompliziert und abstrakt, bis das Geld da eingesetzt wird wo es hin soll (im Umweltschutz & Wiederaufbau) vergehen Jahre falls es überhaupt dort landet. Deshalb muss man per Gesetz dafür sorgen, dass die Firmen das selbst machen. Ob sie sich Umweltprojekten verschreiben wie Aufforstungen, Säuberungsaktionen, etc. kann man ja ihnen überlassen oder mit den Kommunen absprechen, aber es muss mehr aktiv passieren. Gelder hin- und herschieben bedeutet für den Planeten nichts und letztendlich für uns auch nicht, weil es zu wenige und zu kleine Projekte sind, die sich mit der Wiederherstellung der Natur beschäftigen. Das müsste ein Projekt sein so groß und angesehen wie die Mondlandung in den 60ern, damit wir da tatsächlich Erfolge sehen.

                    Und der Bürger, der ist doch das kleinste Licht in dieser Kette. Was für Möglichkeiten ein normalverdienender Bürger hat, das kann man fast vernachlässigen im Angesicht der Größe unseres Problems. Viele würden ja etwas tun, aber was sollen so abstrakte Sachen wie "fahr mit dem Fahrrad in die Arbeit", das ist ein Auto das eingespart wird. Während die Wirtschaft tägl. 20.000 neu baut und damit Flächen zerstört die keiner wiederherstellt.

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
                  • Stefan

                    Man muss die Dimensionen berücksichtigen und immer versuchen Taten zu erreichen. Denn wenn die Industrie nicht muss, dann macht sie auch nichts. Und wenn sie ein paar Millionen Strafe zahlen müssen, dann sparen sie das halt irgendwann wieder ein - meistens beim Verbraucher oder noch schlimmer bei den Personalkosten. Und mit steigenden Arbeitslosenzahlen kann die Wirtschaft die Politik schon seit Jahrzehnten erpressen und macht sie auch.

                    Damit muss Schluss sein.

                    Ein weiteres Projekt wäre, dass die Regierung selbst solche Aufforst- und Wiederaufbau Aktionen startet und mit Steuergeldern Jobs schafft, die sich mit diesen Projekten beschäftigen. So kann auch der normale Bürger, der sich gerne beteiligen würde, aber nicht die Mittel hat etwas größeres zu tun sich einbringen. Ich würde z.B. meinen Job hinschmeißen wenn ich einen Job bekommen würde, bei dem ich ein Moor oder ein Waldgebiet wieder aufbaue und Lebensraum für Tiere schaffen kann. Was mich davon abhält sind die Lebenshaltungskosten, denen ich irgendwie beikommen muss. In einer Zeit in der ich 50km von der Stadt in der ich arbeite leben muss, weil ich mir die Mieten nahe der Arbeit nicht leisten kann (also fällt Fahrrad weg). Solche Projekte in den Bundeshaushalt mit einfließen lassen, wäre ein großes Beispiel für alle anderen Nationen. Und man könnte sich vielleicht sogar dafür einsetzen, dass man von der EU Fördergelder bekommt, die ein Land für diese Aktionen einsetzen kann. So dass auch die Arbeiter die dort mitmachen vernünftigt davon leben können und eventuell sogar Weiterbildungen und dergleichen bekommen, damit sie auch an den nächsten Projekten weiter teilnehmen können.

                    Es gibt so viele Möglichkeiten wirklich etwas zu tun, das kostet Geld, ja. Aber Strafgebühren bewirken eher das Gegenteil bei der Bevölkerung. Denn wer noch weniger Geld zur Vefügung hat, der kauf sich keine teuren Bio- oder Öko- Produkte oder ein neues Elektroauto (dessen Wert für die Umwelt eh umstritten ist).

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
                  • Stefan

                    Kurz:
                    + Anreize schaffen für die Bevölkerung sich aktiv zu beteiligen
                    + Möglichkeiten schaffen mit Umweltschutz sein Leben zu bezahlen
                    + Diejenigen in die Pflicht nehmen, die das meiste verursachen (Konzerne & super-Reiche)
                    + Taten statt Strafzahlungen fordern

                    So muss der Kurs meiner Meinung nach aussehen.
                    Da hilft keine Abwrackprämie oder irgendwelche Bepreisungen, da muss eine richtige, zielstrebige Linie eingeführt werden, die auf den Punkt kommt und sagt "Wir bauen Natur wieder auf, wer sie zerstört hat muss mitmachen und wer sonst mithelfen will wird belohnt".

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
              • Kevin (Moderator)

                Hallo Stefan. Erstmal vielen Dank für deinen Beitrag. Man merkt richtig, dass dir das Thema wirklich wichtig ist. Hättest du vielleicht noch genauere Vorstellung, wie man das auf Bundesebene besser regeln könnte? Und was man dafür zu tun du als notwendig erachtest?

                  • Stefan

                    Nun das Umweltministerium müsste eine Überprüfung durchführen für sämtliche Betriebe und Konzerne, in wie weit sie die Umwelt schädigen. Und zwar nicht nur mit einem CO²-Wert oder Feinstaub, sondern auch Dinge wie z.B. Tagebauflächen, die verwahrlost bleiben, Flüsse, die umgeleitet werden, aufgestaut, Wälder die gerodet werden um Bauland zu gewinnen, etc. Eben alles, was das Ökosystem beschädigt.

                    Danach schafft man ein Bewertungssystem, nach dem man den Prozentsatz festlegt, welcher vom Gewinn der jeweiligen Firma / Konzern als "Wiedergutmachung für die Natur" eingesetzt werden muss. Z.B. 10% für starke Verschmutzer und Zerstörer. Diese 10% müssen nachweislich von der Firma in Projekte investiert werden, welche die Schäden wieder gutmachen.

                    Will die Firma weniger % für solche Projekte ausgeben, dann muss sie umweltschonender produzieren. Sprich: Sie kann wählen, ob sie dauerhaft einen hohen Prozentsatz zahlt um Schäden zu reparieren oder ob sie einmalig eine Modernisierung zahlt um klimaneutral produzieren zu können. Wer seine Verschmutzung und Zerstörung ausgleicht mit Wiederaufbau der Natur & Lebensraum von Tieren, der zahlt nichts extra. Es gleicht sich von allein aus. Dieses Gleichgewicht zwischen dem was ich aus der Natur nehme und dem was ich ihr zurück gebe herzustellen ist das, was tatsächlich "Wirtschaften" bedeutet. Das was wir moment machen ist einfach nur "Nehmen was geht".

                    Solch eine Regelung muss die Bundesregierung vehement einführen und keine Diskussionen führen, die dieses Projekt in seiner Sinnhaftigkeit abschwächen. Umweltschutz muss konsequent sein, besonders was Großkonzerne angeht, sonst täuschen wir uns nur selbst.

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
                  • Stefan

                    Hinzu kommen Sachen wie z.B. dass man ein Gesetz erlässt, dass die Betriebe dazu verpflichtet Verpackungsmaterial aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen herzustellen (Hanf bietet sich fast für alles an) und so wenig Verpackung wie möglich zu verwenden.

                    Zulassungsverfahren für neue Technologien (z.B. Hanf Materialien im Fahr- und Flugzeugbau) müssen beschleunigt und vor allem günstiger gemacht werden, die meisten guten Ideen scheitern daran, dass den Erfindern und Ingenieuren das Geld für die Zulassung fehlt und dass dieser Prozess Jahre in Anspruch nimmt.

                    Statt darauf zu bauen, dass der Verbraucher sich jedes Produkt stundenlang in Eigenrecherche anschaut und herausfindet, welche Produkte er nun kaufen kann, muss die Regierung diese Entscheidung in die Hand nehmen und sagen "Wir verbieten ab sofort Plastiktüten in den Supermärkten" - dann gibt es eben nur noch Papiertüten aus Altpapier. Somit hat der Kunde nicht das Problem suchen zu müssen und die Firmen werden gezwungen auf ökologisch sinnvollere Produkte umzustellen. Und so kann man nach und nach alles was irgendwie geht umstellen. Das muss aber in Gesetzform kommen, weil der finanzielle Anreiz zwar da ist, aber sich viel zu leicht umgehen lässt von den Konzernen. Die sind da sehr geschickt drin Regelungen zu umgehen, wenn sie nicht eindeutig sind. Und mit Geld können sie auch besser als die Regierung umgehen. Also muss man sie per Gesetz zwingen. Anders wird wieder nur ein "Spiel" drauß, wo die Politik sagt "hepp" und die Wirtschaft sagt "hopp" - weil sies kann und weil die Parteien bei der nächsten Wahl ihr Geld haben wollen handeln sie die Maßnahmen runter auf ein sinnloses Niveau.

                    Großes Thema, man kann so viel machen, aber durch Geld hin- und herschieben erreicht man für die Erde selbst nichts. Das ist alles Selbsttäuschung nach meiner Erfahrung.

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
                  • Stefan

                    Und es braucht ein Forum bei dem sich die Bürger beteiligen können mit Ideen & Diskussionen zum Thema Umweltschutz, Energie, Technologie, etc. Eigentlich zu allem, wie es einmal der Bürgerdialog war, den die CDU mal eingeführt hatte. Nur das Problem war, dass sie nach der Wahl von Frau Merkel diesen Bürgerdialog vollkommen vergessen haben. Nichts ist daraus geworden, trotz aller Versprechen und Ankündigungen.

                    Am Beispiel Russland sieht man es sehr gut, wie es auch anders gehen kann. Der Präsident setzt sich 1-2x im Jahr hin, live im Fernsehen, ohne Zeitansatz und klärt die Menschen darüber auf was sie gemacht haben, wie es momentan aussieht und wie der Plan ist. Und danach steht er der Bevölkerung live für Frage und Antwort zur Verfügung. Die Menschen erklären ihm wo es hapert, er macht sich Notizen. Teilweise kann er die Probleme auch während einer Sendung lösen (normalerweise geht so eine Sendung ca. 3 Stunden, manchmal auch länger). Oder man bekommt ein paar Wochen später mit, dass sich die Situation geändert hat.

                    Soetwas wünsche ich mir von unserer Regierung - Kontakt zur Bevölkerung. Und zwar nicht vorausgesuchte Fragensteller, sondern live und ehrlich. Aber das ist wieder ein anderes Thema...

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
  • Aribert Peters

    Ja, sehr guter Vorschlag. Am besten den CO2 Preis pro Jahr um einen festen Betrag anheben, damit Planbarkeit entsteht. Aber auf einem höheren Niveau als derzeit.

      • RBerndt

        gerade ein fester Betrag wäre falsch. Das Planen macht die Wirtschaft besser als die Politik. Wenn Sie wissen, der Preis wird um zig Prozente angepasst an die aktuellen Resultate hochgehen wird, werden die Planer das berücksichtigen und dann entsprechend anders investieren um genau diese Konsequenz des starken Anstiegs des Co2 Preises zu vermeiden. Damit nehme ich die gesamten Akteure in die Verantwortung. Feste Preise von der Regierung vorgegeben sind der falsche Weg. Es muss nur jedes Jahr klar erkennbar sind, was die finanziellen Konsequenzen des Nichterreichens der CO2 Verringerung dann sind - nämlich eine entsprechende Preissteigerung der CO2 ET´s Jegliche linearen Preissteigerungen sind von Übel. Es muss um die Mengenbegrenzung als Zielgrösse gehen.

        Keine Antworten
  • Helmut

    Volle Zustimmung sowohl zur CO2-Bepreisung als auch zur Klimadividende.

    Nur leider berücksichtigt dieses Konzept nicht den Umgang mit Importen aus Ländern, die keine vergleichbare CO2-Bepreisung haben. Ein inländischer Hersteller wird es so schwer haben gegenüber Importprodukten, die CO2 beinhalten, das nicht besteuert wird. Auch der CO2-Ausstoß für den Warentransport zum Beispiel aus Fernost zu uns wird sich nicht im Produktpreis niederschlagen. Umgekehrt werden es deutsche (europäische) Waren auf ausländischen Märkten schwer haben sich gegen Konkurrenz durchzusetzen, wenn sie entweder mit deutscher CO2-Abgabe belastet sind oder teurer CO2-frei produziert wurden.

      • RBerndt

        Zur Klimadividende: die Finanzierung des ganzen kostet erstmal sehr viel. Eine Dividende zahlt eine Firma aber erst aus, wenn die Investition dann Ertrag bringt. Die Ausschüttung der Einnahmen aus der Co2 Bepreisung zeitnah und dann auch noch weitestgehend zur sozialen Abfederung wäre kontraproduktiv. Wenn hingegen die Gelder in EE und/oder zum Erreichend der Ziele investiert werden - mal von kleinen Ausnahmen abgesehen - werden schlussendlich alle nach 10 Jahren davon profitieren, weil die Investition dann ja erst richtig wirksam wird. Und also auch eine reale Dividende aufgrund der veränderten Techniklandschaft bringt...

          • Helmut

            RBernd, Sie sind ein großer Gegner der Klimadividende, das haben Sie in mehreren Kommentaren bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Ich möchte hier Partei für die ursprüngliche Idee von AWolf ergreifen:

            Der Lenkungseffekt einer CO2-Bepreisung entsteht bereits auf der Einnahmeseite - ganz einfach dadurch, dass fossile Rohstoffe teurer werden. Um den Lenkungseffekt zu erzielen, ist es daher NICHT erforderlich, das vereinnahmte Geld wieder in erneuerbare Energien zu investieren.

            Durch einen CO2-Preis entsteht allerdings eine soziale Schieflage. Wirtschaftlich schwache Gesellschaftsschichten müssten einen verhältnismäßig hohen Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Energie aufwenden und würden am meisten unter einem CO2-Preis leiden. Geben wir aber 100% der vereinnahmten Gelder pro Kopf an alle Bürger zurück, so hat das zwei positive Effekte:
            a) Wir schaffen einen Sozialausgleich, da wirtschaftlich weniger leistungsfähige Menschen aufgrund ihres geringeren Konsums mehr Dividende erhalten werden, als sie Mehrbelastung durch den CO2-Preis haben und
            b) wir erhöhen die Akzeptanz einer CO2-Bepreisung beim Bürger (sprich wir wirken dem Argument entgegen, dass das nur eine weitere Steuer ist, die im Staatshaushalt versickert).

            Die Klimadividende ist also keineswegs "kontraproduktiv", wie Sie das ausdrücken, sondern ganz im Gegenteil, sie ist unabdingbar für die Akzeptanz einer CO2-Bepreisung.

              • RBerndt

                Ich widerspreche: Eine Dividende bekomme ich erst erwirtschaftet, wenn das Geld eine Weile produktiv eingesetzt wurde. Alles andere ist soziale Umverteilung. Die armen Bürger werden per Klimawandel erst richtig arm, wenn nicht jeder dazu beiträgt, dass in die richtige Technik investiert wird.
                Was ist daran denn falsch, wenn der Sprit jedes Jahr teurer wird, die Wasserstoff oder E Autos jedes Jahr aber billiger werden Was hat ein Tesla vor 10 Jahren gekostet ? Oder 1 kwh PV Anlage ? Jeder ist Konsument. Und jeder kann direkt oder indirekt investieren. In Deutschland verhungert deswegen niemand. Dazu ist das soziale Netzwerk zu gut ausgebaut. Jammern auf relativ hohem Niveau ist immer möglich und sehr einfach. Ein wirklich funktionierendes Konzept schnell aufzubauen und umzusetzen das ist die Aufgabe. Für klein klein und lange Diskussionen haben wir schlicht keine Zeit mehr.

                  • AWolf
                    AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-19 08:38:33

                    Da wir eben keine Zeit mehr haben, brauchen wir jetzt ein Konzept, das relativ schnell eine große Mehrheit der Wähler mit nimmt. Sie haben einen grundlegenden Denkfehler, wenn Sie meinen die Einnahmen aus der CO2-Bepresung müssten in die Alternativen investiert werden (und dann eine Dividende abwerfen). Es kursieren zu dieser Pro-Kopf-Ausschüttung auch viele andere Bezeichnungen, wie Energiegel, Ökobonus, Klimaprämie etc., wenn Ihnen der Begriff "Dividende" in diesem Zusammenhang nicht gefällt. Es geht nicht um Begriffe, sondern darum, dass wir jetzt politische Mehrheiten brauchen für eine wirksame Klimapolitik, die auch mit Zumutungen verbunden sein wird.

                    Keine Antworten
          • AWolf
            AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-14 13:44:02

            Ohne die Pro-Kopf-Ausschüttung der Einnahmen sind nach meiner Einschätzung wirksam hohe CO2-Preise politisch nicht durchhaltbar. Aber die Wirtschaftsakteure brauchen gerade die Glaubwürdigkeit der Klimaschutzinstrumente, damit sie in fossilfreie Alternativen investieren können. Deshalb ist für mich die Pro-Kopf-Ausschüttung (Klimadividende) essentiell, wenn wir über eine glaubwürdige wirksame CO2-Bepreisung die Dekarbonisierung wuppen wollen.

              • RBerndt

                die gesamte Gesellschaft und vor allen Dingen auch die breite Masse muss das als Investition verstehen. Und eine gleichzeitige oder zeitnahe Ausschüttung der Kosten verringert die zu Verfügung stehe Menge an Geld. Und das Geld brauche ich dringend für die anstehenden Investitionen. Ich kann Extremfälle zeitnahe abfedern, aber das ist ja Geld was die Leute dann später als echte Dividende wiederkriegen. Ansonsten ist das nur eine soziale Umverteilung ohne direkten Investitionseffekt...Der Staat oder die Industrie soll aber in neue Techniken investieren. sonst kommen die nur verspätet oder im Ausland auf den markt. Und dann wirds teurer für die Gesellschaft als ganzes.

                  • AWolf
                    AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-14 14:56:59

                    Investieren muss vor allem die Wirtschaft und wir Bürger und Geld ist ja grundsätzlich genug da. Es muss ja nur durch eine wirksame CO2-Bepreisung in die richtige Richtung gelenkt werden. Daher können wir die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung auch wieder an die Bürger als Pro-Kopf-Pauschale ausschütten. Das ist sozial gerecht (Geringverdiener haben einen viel kleineren CO2-Fußabdruck auch wenn sie %-ual mehr von ihrem Einkommen für Energie ausgeben als Gutverdiener) und sichert eine breite Akzeptanz für ein äußerst wirksames Instrument. Die Klimadividende ist damit der zentrale Schlüssel für eine wirksame Klimaschutzpolitik.

                      • RBerndt

                        ich widerspreche nochmal: das Geld wird für Investitionen in neue Techniken gebraucht. Ob der Staat oder die Industrie oder beide mehr oder weniger gleichmässig dann aktiv werden, ist auch egal. Sozial kann ich sein, wenn ich die Infrastruktur angepasst habe. Und das ist auch vollkommen egal ob der Fussabdruck gross oder klein ist. Relativ gesehen, ist jeder entsprechend verantwortlich. Und direkt oder indirekt sind wir alle bisher von der Droge Öl/ Gas abhängig. Nur der Eremit oder jemand, der in kompletter Autarkie lebt, ist nicht verantwortlich Der verbraucht aber sowieso nichts. Und dem ist es dann auch egal, was in der Aussenwelt geschieht.

                          • AWolf
                            AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-14 15:51:55

                            Es geht nicht darum "sozial" zu sein. Es geht darum für den sehr herausfordernden Dekarbonsierungsprozess einigermaßen verlässliche Mehrheiten in einer Demokratie zu generieren. Die Investoren müssen daran glauben, dass die Politik die Reduzierung der Emissionen tatsächlich durchziehen kann. Und nochmals: Geld ist genug da. Es wird jeden Tag investiert. Nur eben aufgrund fehlender wirksamer CO2-Preise zu oft in die falsche Richtung. Wenn der Staat mehr Geld braucht, dann kann er auch andere Steuern erhöhen. Eine wirksame CO2-Bepreisung, bei der die Einnahmen in den Staatshaushalt fließen, wird politisch scheitern bzw. der sich aufbauende Widerstand wird wirksame CO2-Preise verhindern.

                              • AWolf
                                AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-14 15:52:47

                                Ich wollte schreiben: Es geht nicht nur darum "sozial" zu sein.

                                  • RBerndt

                                    das Thema ist halt sehr sensibel, weil jeder zahlen = investieren muss. Ob er will oder nicht. Die Regierung bewegt sich bisher nur halbherzig, weil die Leut halt Wähler sind. Und wehe man fasst ihnen ins Portemonnaie. Daher ist es sehr wichtig, sehr genau zu sagen, was gemeint ist. Der Sozialanteil sollte entsprechend niedrig ausfallen. Bei uns verhungert ja deswegen niemand. Woanders schon...Wenn wir es nicht hinkriegen, wer dann...Und iwr haben schon viel zuviel Zeit in der Diskussion mit Bedenkenträgern verschwendet

                                      • RBerndt

                                        Wenn man liest, dass die Banken nicht mehr wissen, wie sie die ganzen angesparten Milliarden denn anlegen, weil alle trotz oder wegen Corona sparen wie die Weltmeister und das Geld lieber trotz Minuszinsen auf die Bank tragen, sieht es schon so aus als wenn das machbar ist. Der Ertrag kommt ja allen zu gute. Und die, die heute in neue Techniken investieren, werden dann schlicht etwas reicher. Das kann jeder. Angefangen von einer Mini Balkon Anlage oder einer Beteiligung an einem Bürgerwindpark... das bringt allemal mehr als das Geld auf der Bank zu lassen. Die Industrie macht genau das ja selten. Die rechnen und investieren - und wenn die Politik Vorgaben gibt, dann investieren sie auch gerne in grüne Technik. Offensichtlich hapert es aber noch bei den Bürgern. Wie sonst wäre denn die aktuelle Überflutung der Banken mit Spargroschen erklärbar...

                                        Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                                        Keine Antworten
  • RBerndt

    Sinnvoll wäre es, die Erträge aus dem Verkauf der CO2 Einheiten zu 100 % (minus Verwaltungskosten) weitestgehend in erneuerbare Energieproduktion zu stecken. Und zwar in die Verfahren, die gerade vor oder an der Grenze zur Marktreife stehen. Ähnlich wie bei der Erfindung des Corona Impfstoffes und der Massenproduktion desselben braucht es für die Skalierung einer guten Idee besonders am Anfang eine Menge Geld. Deswegen gibts ja auch noch zu wenig Impfstoff.

    Die Finanzierung von Startups wird bisher in Deutschland nur zaghaft betrieben. Wenn auch nur ein Bruchteil der Erfindungen prioritär im Energiebereich dann durchschlagend wird, hätte sich der ganze Aufwand gelohnt... Das eine Reihe von Verfahren dann im Sande verlaufen, würde durch den Erfolg einer einzigen Idee kompensiert. Dazu bräuchte es dann ein Auswahlverfahren mit den entsprechenden Fachleuten.

    Theoretisch wäre ja ein Fond genau dafür denkbar, den German Zero initiert und verwaltet...

    Im übrigen ist das einzige politsche Risiko, den Klimawandel nicht wirklich ernst zu nehmen. Wenn z.B. der Anstieg des Meeresspiegels Hamburg untergehen lässt oder bei einer Sturmflut ein paar Deiche brechen (HH 1962) oder sich in Deutschland eine Wüste wegen Trockenheit ausbildet, ist das doch ein Risiko. Und würde dann richtig teuer.

    Der Einwand, wir wären nur für ein paar Prozent des weltweiten Co2 Ausstosses verantwortlich, ist auch nicht sehr hilfreich. Jede Technik, die das Land rentabel in eine CO2 freies Land verwandelt, kann auch verkauft werden. Und andere Länder werden einkaufen müssen. Oder tun es schon.

      • AWolf
        AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-09 10:52:50

        Das wichtigste für fossilfreie Geschäftsmodelle ist, dass sich die Investoren in Zukunft auf eine wirksame CO2-Bepreisung verlassen können. Für öffentliche und private Investitionen in eine fossilfreie Zukunft brauchen wir genau diese Planungssicherheit. Gern kann man auch Startups etc. pp. fördern. Ist ja auch aus anderen Gründen sinnvoll. Aber entscheidend ist die wirksame CO2-Bepreisung.

          • RBerndt

            Vollkommen richtig. Es muss allen Planern in der Wirtschaft transparent sein, wie sich der CO2 Preis entwickeln wird. Dann wird auch entsprechend geplant. Das schlimmste für einen Manager ist es, nicht planen zu können, weil die Politik keine oder unklare Vorgaben gibt. Die Anpassung des Preises sollte sich der Geschwindigkeit der Verringerung der CO2 Produktion anpassen. Damit kommt auch automatisch eine Dynamik in das Gesamtgeschehen. Eine lineare Reduktion der CO2 Bepreisung ist zwar einfach, aber unrealistisch weil wenig in der realen Welt linear passiert. Wenn ich aufgrund einer Grossinvestition in einem Jahr also xx Tonnen CO2 einspare, sollte dieser Effekt sich einer danach etwas geringeren Bepreisung niederschlagen. Oder umgekehrt. Wenn nichts passiert, muss der Preis angekündigt und damit planbar nach oben gehen.
            Die Einnahmen aus dieser Bepreisung dürfen nicht im Gesamthaushalt verschwinden, sondern müssten abzüglich der Verwaltungskosten in die direkte Finanzierung von Massnahmen fliessen, die die zukünftige CO2 Produktion verringern. Ein gewisser Anteil müsste dann auch in die Startup Förderung in diesem Bereich gehen, um neue Techniken an den Markt zu bringen. Besonders alle grundlastfähigen Techniken sollten gefördert werden, weil damit automatisch auch der Zwang zur Speicherung von Energie verringert würde. Beispiel wären Investitionen in neue Wasserkraft wie Tidalsails.com oder http://www.eel-energy.fr oder transverpello. Kein Staudamm Grundlast und rentabel....und Fische werden durch langsame Bewegungen nicht beeinflusst. Genausowenig sind grössere Baumassnahmen nötig.

              • AWolf
                AWolf  •  Verfasser*in  •  2021-04-09 12:40:51

                Wir machen einen Denkfehler, wenn wir von planbaren CO2-Preisen sprechen. Die Wirtschaft kommt gut mit nicht planbaren Preisen zurecht. Marktpreise sind auch nicht planbar. Wir müssen uns allen Planungssicherheit geben, dass wir unsere Reduktionsziele einhalten. Daher muss der CO2-Preis die Höhe haben, die dies sicher stellt. In einem wirklichen Emissionshandel bildet sich dieser notwendige Preis durch Angebot und Nachfrage. Bei einer CO2-Abgabe muss der Staat die Höhe dementsprechend laufend nachregeln.

                Die Einnahmen sollten zu 100% wieder als Pro-Kopf-Pauschale an uns Bürger ausgeschüttet werden. Nur so werden wir ausreichend Akzeptanz für die notwendigen hohen CO2-Preise schaffen.

                Die "Maßnahmen" macht dann weitgehend der Markt, wenn ihm doch wirksame CO2-Preise der richtige Rahmen vorgegeben wird. Natürlich muss der Staat trotzdem noch einigen andere Stellschrauben drehen. Der entscheidende Punkt ist, dass wir über eine wirksame CO2-Bepreisung aber auf jeden Fall unsere Reduktionsziele einhalten.

                  • RBerndt

                    mir gehts um das Thema, in welchen Schritten setzt die Regierung die Preise für CO2 dann hoch. der Markt reguliert dann alles mögliche mit den vorgegeben Preisen. Wenn die aber nur linear hochgesetzt werden, wäre das suboptimal. Wenn die Akteure aber wissen, dass in Zukunft der Preis je nach Ergebnis höher oder niedriger gesetzt wird, weiss die Wirtschaft, dass sie entsprechend flexibel planen muss. Und dann werden die auch anfangen intensiv(er) zu rechnen. Manche tun es jetzt schon aber zuviele tun es eben noch nicht. Der Preis war ja auch bisher durch den Lobbydruck sehr niedrig.
                    Die Zugspitzbahn ist von der EEG Umlage befreit weil die Konkurrenz so stark ist.. oder die Hamburger Strassenbahn...Die EEg Umlage ist an bestimmten Punkten mit den Auswirkungen der CO2 Bepreisung vergleichbar... Insgesamt kommen sehr spannende Zeiten auf uns zu. Und die Existenz von German Zero ist ja nur ein Beispiel von dem Druck der Strasse, der die Politiker dann doch mal bewegt. .Von Wahlergebnissen mal abgesehen.
                    Ich hab gerade mit unserem Bürgermeister gesprochen und ihm kostenlose Hilfe angeboten. Er ist ganz aufgeschlossen. Es gibt viel zu tun... packen wirs an.

                    Keine Bewertungen  |  Ich stimme zu 0 Ich stimme nicht zu 0
                    Keine Antworten
Dieser Vorschlag enthält keine Benachrichtigungen.
Keine definierten Meilensteine vorhanden