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Quote für erneuerbares Gas im Wärmemarkt

christian christian  •  2021-04-19  •    14 Kommentare

Antrags-Code: ID-2021-04-77

Ca. 50% der Heizungen im Gebäudebestand nutzen Gas. Unternehmen, die heute Erdgas verkaufen, sollten in Zukunft verpflichtet werden, eine stetig steigende Menge von Biogas & Wasserstoff beizumischen.

Im Neubau sind hohe Dämmstandards und als Heizung die Stromwärmepumpe einfach möglich.

Im Gebäudebestand ist das sehr viel komplizierter. Bei einem Umbau von einer Gasheizung auf eine Stromwärmepumpe müssen in der Regel noch weitere Bauteile der Wärmeversorgung angepasst werden und der Dämmstandard muss erhöht werden. Das ist mit hohen Investitionskosten verbunden. Eine weitere Herausforderung ist die Verfügbarkeit von Handwerkern, die bei einer zügigen Transformation nötig wären. Im Moment werden etwa 1% der Gebäude pro Jahr saniert. Auch wenn die Sanierungsrate auf 1,5% oder 2% steigt, dann ist das immernoch viel zu langsam für die notwendige CO2-Minderung.

Um die CO2-Emissionen im Gebäudebestand so schnell zu senken, dass die Paris-Ziele eingehalten werden können, sollte daher erneuerbares Gas im Wärmemarkt eingesetzt werden. Biogas und Wasserstoff können in Deutschland dezentral erzeugt werden oder von Nachbarländern importiert werden. Für Biogas hat die EU bereits sehr strenge Nachhaltigkeitskriterien festgelegt, beim erneuerbaren Wasserstoff sind diese Regeln grade in Arbeit.

Der Vorschlag einer Quote ergänzt bestehende Ideen in diesem Forum zu einer höheren Sanierungsrate mit entsprechender Förderung und der Unterstützung einer Heizungsmodernisierung hin zu erneuerbarem Strom.

Ohne erneuerbares Gas schaffen wir als Gesellschaft jedoch nicht die notwendige Transformationsgeschwindigkeit und CO2-Minderung.

Es gibt dazu bereits einen konkreten Umsetzungsvorschlag von 63 kommunalen Energieversorgern, an dem ich auch mitarbeiten durfte. Das Dokument findet Ihr anbei. Gibt es dazu Fragen? Ich freue mich drauf!

Dokumente (1)


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  • christian
    christian  •  Verfasser*in  •  2021-04-26 10:00:56

    Hallo zusammen,

    Danke für die Fragen und Hinweise zum Biogas! Die kritische Diskussion zu den Auswirkungen von Monokulturen "Mais wohin man schaut" ist wichtig und wurde zum Glück schon 2018 von der EU Politik angegangen. In der "Erneuerbaren Energien Direktive (RED2)" sind Regelungen beschlossen worden, die Biogas aus Mais Schritt für Schritt nicht mehr als erneuerbare Energie anerkennen. Damit ist klar, dass die Förderung von Biogas aus Mais auslaufen wird - sowohl im EEG als auch bei der von mir vorgeschlagenen erneuerbare Gas Quote im Wärmemarkt.

    Als erneuerbare Energie anerkannt ist z.B. Biogas aus Abfällen, Biogas aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen sowie Biogas aus einer Drei-Felder-Bewirtschaftung. Die Italiener haben da einen guten Ansatz: https://www.biogaschannel.com/de/video/was-ist-biogas/1/funktioniert-das-modell-des-biogasdoneright-das-be/1298/

    Viele Grüße!

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